Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

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Baron,

tanidiu veterem fieri, quamdiu nemo alius eum
possidere coeperit; videlicet ideo, quia potest
homo proposito redeundi domino possessionem
sui conservare, cujus corpore ceteras quoque
res possumus possidere. Igitur earum qui-
dem rerum, quae ratione vel anima carent, con-
festim amittitur possessio, homines autem retinentur,
si revertendi animum haberent.
Wir erfahren hierin zugleich den Grund der Ausnahme;
Papinian meint, der Sclave sei Stellvertreter des Herrn
im Corpus bei allen Sachen, also sei er es auch hinsichtlich
sich selber. Doch dürfen wir es mit diesem Grunde nicht allzu
genau nehmen; denn wie kann Etwas Subject und Object
zugleich sein? Auch wäre ja dann trotz der mangelnden Cu-
stodia dennoch wieder Custodia vorhanden.
So ist denn der Sclave die einzige Sache, bei welcher
die Savigny'sche Theorie richtig ist: bei ihm sind die Be-
dingungen für den Besitzerwerb andere als die für die Besitzes-
fortdauer. Dies wird denn aber auch geradezu als eine Aus-
nahme erklärt, und um so mehr die Regel bestätigt, daß überall
sonst Erwerb und Fortsetzung an dieselben Bedingungen ge-
knüpft sind. Daß später Paulus dem Sclaven die Thiere
mit consuetudo revertendi gleichstellte, ist bereits früher in
§. 8 ausgeführt worden.
Allein man blieb bei dieser Ausnahme nicht stehen. Der
servus fugitivus mußte Schwierigkeiten bereiten; dmn man
konnte theoretisch nicht unter den an. revertendi hinuntergehen;
der praktische Vortheil aber verlangte, daß man den Besitz fort-
dauern ließ, denn man lief sonst Gefahr, daß die Usueapion des
Sclaven unterbrochen und daß der Besitz aller in der Hand des
Sclaven befindlichen Sachen verloren ging. Man vermittelte diese
Gegensätze in der Weise, daß man zwar den Besitz am Fugi-

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