Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

Zur Lehre vom Erwerb und Perlust des Besitzes. J25
Production bei jenen Thieren geringer, als bei dem, welcher
vor der Abreise eine Sache kn fremdem Grund und Boden
vergräbt, und nachdem er zurückgekommen, den Ort, wo er
sie vergraben, vergessen hat (l. 44 pr. h. t.)? Ich denke,
man wird mit mir das Gegentheil annehmen. Und doch läßt
in diesem Falle derselbe Papinian den Besitz fortdauern.
Das erklärt sich nach meiner Ansicht sehr einfach: im Falle
der I. 3 §. 16 ist keine Custodia vorhanden, im Fall der 1. 44
pr. ist sie vorhanden. —
Ich darf den Gegenstand nicht verlassen, bevor ich nicht
ein neues Argument für meine Auffassung der Custodia ent-
wickelt habe. Dasselbe entstammt zwar der Lehre vom Eigen-
thum an kerae bestiae, ist aber, weil bei diesen Besitz und
Eigenthum auf derselben custodia beruhen, auch für den Be-
sitz von Wichtigkeit.
Ich sagte, daß bei wilden Thieren die Aufhebung der
natürlichen Freiheit eine Vorbedingung der Custodia ist. Keh-
ren wir den Satz um, so ergiebt sich Folgendes: die Custodia
kann verloren gehen, ohne daß das Thier seine natürliche
Freiheit erreicht. Beispiele hierfür bieten sich in Menge dar:
der Menagerkebesitzer verliert auf der Reise einen Käfig mit
eingeschlossenen Thieren; der Eber entspringt dem Käfig und
flüchtet sich auf das Grundstück meines Nachbarn, ohne dort
von diesem eingefangen zu werden. Wie steht es in diesen
Fällen mit Eigenthum und Besitz?
Wenn ich bisher sagte, daß auch das Eigenthum an die-
selbe Custodia wie der Besitz gebunden sei, so folgte ich ganz
den Worten von Gaius:
I. 3 §. 2 de acq. dom. 41, 1: quicquid autem eorum
ceperimus, eo usque nostrum esse intelligitur,
donec nostra custodia coercetur...
Doch lehrt hier GaiuS offenbar einen älteren, durch

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