Full text: Volume (Bd. 7 (1865))

108

Baron,

gegenwärtig gewesen sind. Dieselbe Custodia behält der
Ackersmann, der seinen Pflug auf dem Felde stehen läßt.
In beiden Fällen ist die Bedingung des Erwerbes und der
Fortdauer des Besitzes dieselbe, nämlich daS Vorhandensein
der Custodia; man darf keineswegs sagen, daß hier etwa der
Besitz solo animo ergriffen oder fortgesetzt werde; die Quellen
wissen bei Mobilien (außer bei dem Sclaven) nichts von
einer possessio solo animo.
Es giebt aber nicht bloß in der persönlichen Bewachung
eine Stellvertretung "§), sondern ebenso in dem Schutze,
welchen die eigene Detcntion eines Grundstücks den darauf
befindlichen Sachen gewährt. Das heißt: ich kann der eigenen
Detention eine fremde substituiren, vorausgesetzt, daß der De-
tentor des Grundstücks einwilligt; denn durch diese Einwilli-
gung und so lange er bei dieser Einwilligung verharrt*"),
tritt er den Schutz, den sein Grundstück gewährt, soweit es
von meiner Sache in Anspruch genommen wird, an mich ab.
Man thut deshalb Unrecht, wenn man allgemeinll8) von der
Apprehensions Handlung des Stellvertreters spricht; ein
bestellter Wächter handelt allerdings in Vertretung des
Besitzerwerbers; von den übrigen Vertretern hingegen tritt
nur der Vormund, Einkaufsmandatar, Miether, Commodatar
handelnd auf; nicht hingegen der Depositar, denn dieser
gewährt bloß den Boden, und wenn er persönliche Bewachung
übernähme, so würde er sich in einen Mandatar umgestalten 119);
ferner nicht der Eigenthümer in 1. 55 äo acq. dom., der

116) Darüber s. 1. 61 h. t. u. oben S. 103 f.
117) Sowie er von dieser Einwilligung zurücktritt, z. B. den
animus sibi poss. annimmt, hört der Besitz auf; s. unten tz. 13.
118) Nur bei Immobilien ist es unbedingt wahr.
119) l. 1 §§. 12. 13 dep. 16, 3.

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