Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

3. Wort und Wille im Rechtsverkehr

Wort und Wille im Rechtsverkehr.
Von
Dr. Gustav Hartmann,
Professor an der Universität zu Güttingen.

I.
Ungefähr zu der Zeit, als Iberin g's Abhandlung über
die eulpu in eontrakenäo den ersten energischen und babn-
brechenden Angriff gegen die herrschende Lehre erhoben batte,
trat dem Schreiber dieser Zeilen, als zufälligem Augenzeugen
eines Falles des alltäglichen Lebens, aus der unmittelbaren
Anschauung heraus, das Gefühl von der Unrichtigkeit jener
herrschenden Lehre so zwingend entgegen, daß er ihr von dem
Augenblick an noch radicaler untreu geworden ist, als selbst
Jhering es damals war.
In einer Apotheke wird mit unzweideutigen mündlichen
Worten ein, erst noch anzufertigendes, Medicament bestellt.
AlS nach einiger Zeit dem wartenden Käufer das inzwischen
bereitete Arzneimittel gereicht wird, erklärt derselbe beim An-
blick der Signatur befremdet, daß ihm etwas ganz Anderes
geliefert werde, als er nach erweislichem ärztlichen Rath for-
dern sollte und als er danach auch unzweifelhaft wirklich ge-
fordert habe. Es war hier die Thatsache des bloßen Fehl-
XX. R. F. VIII. 1

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