Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

Erkl. d. Rechtsregel ü. d. Zusammentreffen zweier causae lucrativae. 435
war; daher konnte er nach Eintritt der Bedingung die actio ex
stipulatu anstellen, (weil die scheinbare causa lucrativa durch
Eintritt der Resolutivbedingung sich in eine causa onerosa ver-
wandelt hatte). Nach dem andern Fall hatte Jemand aus einem
Damnationslegat eine gewisse Sache zu fordern/, er er-
warb das Eigenthum derselben aus einem andern Geschäft un-
entgeltlich , jedoch unter Resolutivbedingung, weil nämlich der
Tradent die Sache aus einem Testament erlangt hatte, worin
dieselbe durch Vindikationslegat unter Suspensivbedingung
einem Dritten vermacht war, so daß auf Letzteren bei Eintritt
der Bedingung das Eigenthpm der Sache überging ; daher er-
klärte Julian die actio ex testamento aus jenem Damnations-
legat für statthast1), (weil der Erwerb der Sache aus einer
causa onerosa beruhte)2). Die drei letzterwähnten Entschei-
dungen stimmen darin überein, daß bei Wegfall der bezeichne-
ten Resolutivbedingung eine causa lucrativa vorliegt, und
deshalb unsere Rechtsregel zur Anwendung kommt; daß dagegen
bei Eintritt jener Bedingung von Anwendung der Rechtsregel
keine Rede sein kann.
In folgendem Rechtssall treffen zwei causae lucra-
tivae mit einer causa onerosa zusammen. Ein Grund-
stück ist durch Damnationslegat, aus causa lucrativa, ver-
macht; jedoch hat der Legatar schon vor dem Tode des Tefta-
1) Vgl. Schmidt, S. 5 ; Arndts S. 262—264, 279, 280; HartMüNN
S. 93, 94.
2) Die Frage, ob der Gläubiger pendente condicione im Fall
von n. 83 § 6 I). de V. O. in Lne und in einem der beiden durch L. 82
pr. D. de leg. I entschiedenen Fälle zur Anstellung der actio ex 8tipulatu,
und in dem andern durch L. 82 pr. cit. entschiedenen Fall zur Anstellung
der actio ex testamento berechtigt ist, dürfte nach dem Zusammenhang der
beiden Stellen zu bejahen sein, weil der Erwerb der Sache nicht luerativ
war, solange die Entscheidung über die Bedingung noch schwebte; vielleicht
hatte der Kläger alsdann Sicherheit für den Fall zu bestellen, daß die Re-
solutivbedingung ausfallen sollte. A. M. ist Arndts S. 263.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer