Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

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Amtsrichter Rudolph,

len zum Nachweise der Richtigkeit der oben ausgesprochenen
Sätze schon des allen Missionen gemeinsamen Zweckes halber
nicht wohl in Abrede gestellt werden kann, so sollen hier noch
einige derselben hervorgehoben werden.
Die 1. 3 C. ut in poss. leg. 6, 54 lautet: Si postquam
servandi legati seu fideicommissi gratia in possessionem
inductus est, pignoris obligatio aut venditio ab herede
intervenit, praecedere causam tuam, quam jure praetoris
veluti pignus habuisti, manifestum est.
Verkauf und Verpfändung von Seiten des Erben sind
zwar nicht ungültig aber das Recht des Eingewiesenen geht
diesen später entstandenen Rechten v.or^).
Fr. 12 D. pro emtore 41, 4: Misso legatorio in pos-
sessionem res pro emtore usucapiuntur, salva praetorii
pignoris causa, und fr. 2 D. pro herede 41, 5: Qui lega-
torum servandorum causa in possessionem mittitur, non
interpellat possessionem ejus, qui pro herede usucapit;
custodiae enim causa rem tenet. Quid ergo est? Etiam
impleta usucapione jus pignoris retinebit , ut non prius
discedat, quam si solutum ei legatum fuerit aut eo nomine
satis datum.
Der Usucapionsbesitz des Erben wird durch die custodia
des eingewiesenen Vermächtnißnehmers nicht unterbrochen, die
Ersitzung nimmt ihren Fortgang. Kommt es zur Vollendung,
so entsteht die Frage, ob nicht nur das Recht des bisherigen
Eigenthümers, sondern auch das des Legatars ausgeschlossen
werde? Die Analogie des Conventionalpfandes entscheidet auch
hier. Das Recht des Eingewiesenen ist von dem Eigenthums-
wechsel, selbst dem durch Usueapion, völlig unabhängige«).
Diesen Stellen lassen sich noch die von Bachofen 1. c.
77) Bachofen i. c. S. 428 flg. Nr. 4.
78) Bacho.fen l. c. S. 429 Nr. 5.

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