Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

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Amtsrichter Rudolph,

weit sein Interesse mit dem des Verpfänders nicht collidirt, dem
letzteren gegenüber sür omnis culpa, der Executor, wie weiter
unten noch näher darzulegen sein wird, dem Schuldner nach
Analogie der Syndicatsklage und der Bestimmungen über den
mensor nur für dolus und culpa lata. Die Klage zur Gel-
tendmachung der bezüglichen Ansprüche ist im ersteren Falle die
actio pigneratitia, im letzteren die actio doli.
c. Der Conventionalpfandgläubiger haftet wenigstens in
den von Dernburg 1. c. Bd. II. §. 106 S. 178 flg. unter 3
aufgeführten Fällen für Eviction, der richterliche Pfandgläu-
biger dagegen niemals. Es stand dem Käufer beim Verkaufe
eines richterlichen Pfandes nur eine actio cx emto utilis gegen
den Schuldner zu, welcher durch Zahlung des Kaufpreises von
seiner Schuld befreit und insoweit bereichert wurde ^).
d. Die Forderung des Conventionalpfandgläubigers wird
getilgt durch die Vereinnehmung des Kaufpreises, beim rich-
terlichen Pfandrecht dagegen nicht schon durch die Vereinneh-
mung Seiten des Gerichts, sondern erst durch die Auszahlung
an den Gläubiger. Bis dahin trägt daher auch der Schuld-
ner die Gefahr, von welcher der Erlös betroffen Wirdes).
c. Der Conventionalpfandgläubiger kann, wenn der Kauf-
preis zur Tilgung der ganzen, auf dem Pfand stehenden Forde-
rung oder der mehreren Forderungen, die durch dasselbe Pfand
gesichert waren, nicht ausreicht, auf die ihm günstigste Weise
imputiren und braucht nicht die allgemeinen Regeln über An-
rechnung einer Zahlung zu beobachten, wohl aber muß Die-
ses der richterliche Pfandgläubiger.
Zu II.
Wie wir in §. 4 gesehen haben, sind es insbesondere zwei
67) 1, 13 C. de evict. 8, 45, 1. 74 §. 1 D. de evict. 21, 2, DerN -
bürg, 1. c. S. 196, 253.
68) Dernburg^ l. c. Bd. i S. 419 flg., n S. 259.

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