Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

Zur Lehre vom richterlichen Pfandrecht.

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auch wenn der Schuldner später tatsächlich sich damit in
Widerspruch setzt-").
Der Sinn unserer 1.1 und damit das Resultat unserer
bisherigen Erörterungen in diesem Abschnitte wird dahin zu
fixiren sein: Durch die aus Befehl des Magistrats be-
wirkte Beschlagnahme erwächst dem Gläubiger an
der mit Beschlag belegten Sache des Schuldners
ein Pfandrecht. Die Berechtigung des Magistrats
zum Erlasse dieses Befehls aber ist in ihrem letz-
ten Grunde auf den Schuldnerwillen zurückzufüh-
ren, welcher in dem im Urtheile als rechtsbeständig
anerkannten Eontracte zum Ausdruck gelangt.
§ 6. Prüfung des erlangten Ergebnisses.
Sprechen nun aber die Quellen dem Gläubiger zweifel-
los ein Pfandrecht an den mit Beschlag belegten Vermögens-
theilen des Schuldners zu, so wäre es doch, wird man sich
sagen, nur consequent, wenn
I.
auch die Wirkungen dieses Pfandrechtes allenthalben mit
denen des xigvu8 conventionale übereinstimmten, wenn also
das, was bei dem einen gilt, auch für das andere Anwen-
dung litte, während andererseits, dafern sich in diesen Rich-
tungen Abweichungen Herausstellen sollten, die nicht etwa nur
nebensächliche Punkte betreffen, anscheinend ebenso folgerichtig
geschlossen werden müßte, daß das durch die Beschlagnahme
zur Entstehung gelangte Rechtsverhältniß der 1. 1 0; 8, 23
ungeachtet ein anderes sei, als das durch die Grundform des
Pfandrechts, das Eonventionalpfand, erzeugte. Auch würde man
55) Rvk die Obligation S. 14. Degen kolb in der Vierteljahrs-
schrift für Gefetzgebung Bd 9 S. 191 flg.

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