Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

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Amtsrichter Rudolph,

der extraordinaria cognitio selbst hervorgehoben worden ist,
das Bestreben zeigte, solche an der Hand der diesbezüglichen
Vorschriften des bisherigen Rechts zu entwickeln. Hieraus er-
klärt sich sehr einfach der von Bethmann-Hollweg I. c.
Bd. II § 115 S. 696 Anm. 29 als merkwürdig bezeichnte
Umstand, daß dieselben Fristen, welche die XII Tafeln für den
Verfall des Schuldknechtes und das prätorische Edict für die
Lonorum po88688io vorschrieben, sich auch bei dem pignus in
c. j. c. in der Wiedereinlösungsfrist des mit Beschlag belegten
Gegenstandes wiederholen, und, daß die Wirkungen in der
Hauptsache übereinftimmen, während ebenso andererseits die
Abweichungen der gedachten Rechtsinstitute von einander und
insbesondere die Beschlagnahme der Pfänder beim pignus in
c. j. c. durch den Richter, da dieser ja im Gegensätze zum ma-
gistratus im Formularprocesse nun auch den Proceß führt,
sich aus dem oben in tz 3 hervorgehobenen Grundprincip der
staatlichen Entwickelung dieser Periode, dem der Subordina-
tion des Staatsbürgers der Obrigkeit gegenüber mit innerer
Nothwendigkeit ergeben.
Die weitere Ausbildung des pignus in c. j. c. erfolgte
nach dem Zeugnisse Ulpian's in der 1. 15 D. de re jud. etc.
42, 1 unter Septimius Severus und dessen Nachfolgern bis
Maximinianus, also in der Zeit bis ungefähr 310 nach Ehr.
Geb. bo). Das Ergebniß dieser allmäligen Entwickelung ist
folgendes.
Die Voraussetzungen des sog. pigmi8 in c. j. c., wie
solches in den angezogenen Ouellenstellen dargeftellt wird, sind
doppelter Art.
1. wird erfordert entweder ein rechtskräftiges eondemna-
torisches Urtheil oder eine auf eine bestimmte Geldsumme ge-

30) I. 1—9 C. de exsec. rei jud. 7, 23.

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