Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

Zur Lehre vom richterlichen Pfandrecht.

329

§ 3. Recht des Gläubigers an dem Executions-
object nach älterem römischem Recht.
Wir haben in § 1 gesehen, daß der Zweck des Executions-
versahrens in allen Fällen der gleiche ist — Zwangsverwirk-
lichung des als gegeben angenommenen Rechts —, daß die Ge-
setzgebung zur Erreichung dieses Zweckes nur direkte oder indi-
rekte Mittel vorschreiben kann, und, daß die Anwendung dieser
Mittel zu dem vorgedachten Zwecke die Entstehung eines ding-
lichen Rechtes des Gläubigers an dem Objecte der Hülfsvoll-
streckung an und für sich nicht bedingt. Soll daher dem Gläu-
biger ein solches Recht aus der Execution hervorgehen, so wäre
dieses nur in zweifacher Weise denkbar, nämlich entweder so, daß
eine besondere Gesetzes- oder eine einer solchen gleichstehende
Vorschrift oder ein gültiges Gewohnheitsrecht ein für alle
Male die Entstehung eines dinglichen Rechts mit der Vor-
nahme der Hülfsvollstreckung verknüpft, oder, daß dieses durch
eine von dem Exequirenten auf Grund der ihm innewohnenden
Machtbefugniß in jedem einzelnen Falle abzugebende aus-
drückliche Erklärung geschieht.
In diesen beiden Richtungen soll in dem gegenwärtigen
Paragraph das ältere römische Executionsrecht geprüft und hier-
mit festgestellt werden, inwieweit es sich etwa bei Auslegung
des neuesten römischen Rechts nach der in der Einleitung ange-
zogenen Gesetzesstelle als Interpretationsmittel brauchen läßt.
I. Daß eine Gesetzesvorschrift der gedachten Art für die
rnanus injectio nicht existirt, wird in der Hauptsache nicht be-
stritten.
Die XII Tafeln besagen rücksichtlich der manus injectio
nur: ni judicatum facit, aut quis eo in jure vindicit, du-
cito, und bei Gajus IV, 21 heißt es: qui vindicem non
dabat, domum ducebatur ab actore et vinciebatur.
22*

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer