Volltext: Band (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

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Amtsrichter Rudolph,

sonderes Interdici »6 vis fiat ei, qui in possessionem missus
erit und eine damit electio concurrirende in faetum actio
diente.
Hatte dieser Zustand 30 Tage unter Lebenden, 15 dies
continui bei Erbschaftsconcursen gedauert, so befiehlt der Prä-
tor auf bezüglichen Antrag durch ein neues Decret oder Edict
den Zusammentritt der Gläubiger, welche durch die proscriptio
von der missio in bona Kenntniß erlangt haben und in die
detentio und custodia mit eingetreten sind, und die Wahl
eines magister bonorum vendendorum. Dieser traf durch
die Aufstellung der lex venditionis und Bekanntmachung der-
selben die nöthigen Vorbereitungen zum Verkauf und nahm
diesen selbst innerhalb der nächsten weiteren 30 Tage in öffent-
licher Versteigerung vor. Perfect wird der Verkauf erst durch
die addictio des magister an den Meistbietenden.
Vergleichen wir zum Schluß noch die Vorschriften unter
I und II, so finden wir eine vollständige Uebereinstimmung
der Grundidee des Executionsverfahrens als in beiden Fällen
der widerrechtliche Wille des Schuldners nicht direct gebrochen,
sondern nur indirect ein Zwang auf denselben ausgeübt wer-
den soll. Nur die Mittel des Zwanges sind in den beiden
Systemen, dem civilen und prätorischen, verschieden. An die
Stelle der Person tritt das Vermögen, statt der leiblichen wird
die bürgerliche Existenz vernichtet. Im Uebrigen zeigt das Ver-
fahren in beiden Fällen die vollkommenste Uebereinstimmung,
die Fristen sind dieselben, Einleitung und Ausgang völlig ent-
sprechend , kurz die prätorische Mission stellt sich in allen Theilen
als eine Eopie der civilrechtlichen Urtheilsexecution dar. Diese
Thaisache ist von hoher Bedeutung, in ihr liegt der Schlüssel
zum Verständnisse der ganzen Missionstheorie18).
18) Bachofen l. e. S. 298 unter 14. Huschte über das Recht
des uexum S. 154 flg.

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