Volltext: Band (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

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Amtsrichter Rudolph,

weit als möglich erfüllte. Die Beschlagnahme des Vermögens
gab den Gläubigern nur eine Detention zur Aufsicht und Ver-
kaufsbefugniß. Durch den Verkauf erhielten sie nicht eine be-
stimmte Summe Geldes, gleich als verkauften sie ein ihnen
zugehöriges Vermögensstück und wollten dieses versilbern, aber
in dem bonorum omtor wurde eine Person geschaffen, welche
ihre Forderungen contestirte und, falls sie sich als begründet
erwiesen, tilgte bis zum Belaufe gewisser docente13). Höchst
wahrscheinlich diente dem Prätor für diese Gestaltung die civile
866tio bonorum, der Verkauf eines in Folge Verurteilung
wegen eines Kapitalverbrechens oder in Folge Proscription dem
Quästor durch den Magistrat überwiesenen Vermögen? an
einen Gesammtkäufer, als Vorbild^).
In der Hauptsache dieselben Gründe, welche die Einfüh-
rung des Eontumacialverfahrens bedingt hatten, mußten all-
mälig zu einer zweckentsprechenderen Gestaltung des Erecu-
tionsverfahrens führen. Auch in diesem lag es dem Schuld-
ner, da der Gläubiger bei der manus injectio nur durch die
Person des ersteren zum Vermögen desselben gelangen konnte,
sehr nahe, die Ausführung des Iudicats durch seine Entfer-
nung unmöglich zu machen und hiermit den Gläubiger in eine
fast ebenso ungünstige Lage zu versetzen, als ob er sich der
Einleitung des Processes überhaupt entzogen hätte. Wenn sich
nun im letzteren Falle die Creirung eines Stellvertreters in
der Person des emtor bonorum als das geeignetste Mittel,
den Gläubiger der Entfernung des Schuldners ungeachtet zu
seiner Befriedigung zu verhelfen erwies, so verstand es sich
fast von selbst, daß man zur Bekämpfung des gleichen Uebel-
standes, welcher die Einführung der missio als Centumacial-
verfahren bewirkt hatte, auch im Executionsverfahren, dafern
13) D ernb u rg über die smtic» donorum S. 23 flg.
14) D ernburg l. 6. S. 23 flg. S. 26 flg.

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