Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

Zur Lehre vom richterlichen Pfandrecht. 325
adversus eum, qui mereedem non redderet pro eo jumento,
quod quis ideo loeasset, ut inde pecuniam acceptam in
dapem id est in sacrificium impenderet und zum Schluß
die den publicanis vectigalium adversus eos, qui aliqua
lege vertigalia deberent, verliehene genannt. Ueber das wei-
tere Verfahren nach der pignoris capio geben die Quellen keine
bestinunte Auskunft.
Zu II. Die Legisaktionen kamen allmälig aus dem
von Gajus IV, 30 angegebenen, sowie aus anderen Grün-
den 12) in Mißcredit und an ihre Stelle trat der Formular-
proceß. Dieser war nun zwar viel freier gestaltet, schloß sich
aber in seinen Grundgedanken immer noch allenthalben dem
^egisaktionenprocesse an. Auch in dieser Periode war der
Proceß seiner Form und seinem Wesen nach ein Vertrag, bald
freiwillig übernommen, bald unmittelbar durch prätorischen
Zwang veranlaßt. Um dieses rein republicanische Princip des
Formularproceffes zur Durchführung bringen zu können, wurde
die Gegenwart des Schuldners erfordert. Da nun aber bei
der bedeutenden Vergrößerung, welche das römische Gebiet in-
zwischen erfahren hatte, demselben die Möglichkeit, sich zu ver-
bergen und der in jus vocatio zu entziehen, schon sehr er-
leichtert war, so bedurfte es weiter auch eines Mittels, um
dem Gläubiger die Füglichkeit der Proceßführung demunge-
achtet zu eröffnen. Nur ein Weg zu diesem Ziele blieb dem
Prätor. Ohne dem vorgeblichen Gläubiger ein Recht auf das
Vermögen zu geben, mußte er ihm die Veranstaltung eines
Verfahrens gestatten, wodurch er das Vermögen von dem
widerspenstigen Schuldner trennte und es einem Anderen über-
geben ließ, der sich der gerichtlichen Verhandlung unterzog und
die Verpflichtungen, welche aus demselben hasteten, dann, so-

12) 2 Hering II. Theil 2. Abth. §47« S. 645 flg.

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