Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

Zur Lehre vom richterlichen Pfandrecht.

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§ 2. Das Erecutionsversabren des älteren römi-
schen Rechts.
In der historisch nachweisbaren Entwicklung des älteren
römischen Erecutionsverfahrens lassen sich zwei Perioden unter-
scheiden,
I. die Zeit der XII. Tafelgesetzgebung und
II. die der prätorischen Missionen.
Zu I. Die Execution des älteren römischen Rechts war
der Regel nach ein Akt außergerichtlicher Selbsthülfe in Form
der rnanus injectio oder pignoris capio, keineswegs aber eine
legis actio im technischen Sinne. Zu einer solchen konnte es
zwar hierbei insofern kommen, als der Gläubiger, wenn der
Schuldner ihm das Recht zur Selbsthülfe nach erfolgter manus
injectio oder pignoris capio bestritt, das bestrittene Recht in
einem besonderen Processe zu beweisen, den einseitig vorgenom-
menen Akt zu justificiren hatte, es bildete aber ein derartiger
Incidentstreit, die technische legis aclio per manus injectionem
und per pignoris capionem, immer nur einen denkbaren Zwi-
schenfall bei der wohl der Regel nach ohne einen solchen verlau-
senden, solennen, außergerichtlichen Selbstbülfe3 4). Für den
Zweck unserer Untersuchung wird eine kurze Schilderung der
letzteren genügen.
1. Der Vorgang bei der manus injectio ist folgender.
War die Forderung des Gläubigers per aes et libram begrün-
det (Nerum), oder war sie injure ausdrücklich oder durch
Schweigen auf die ausdrückliche Aufforderung des Richters zu-

3) Jhering Geist des r. Rs. Bd. I § ii( S. löOftcj.
4) Ein besonderer Executivproceß, wie solchen Bethmann-Holl-
weg Römischer Civilproceß Bd. I § 45 @. 157 flg. schildert, findet nicht
statt. Jhering i. e. S. 152 Anm. 591> a. (S. s. a. Huschte über
das Recht des nexum S. 54 fiq.

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