Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

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Landgerichtsrath Ohnsorge,

jene Person nicht betheiligt ist, nicht verkümmert werden könnte:
in der Rechtsstellung eines Forderungsberechtigten ist auch die
Möglichkeit begründet, daß er durch Unterbrechung der gegen
ihn laufenden Verjährung das Recht, seine Forderung auch gegen
den Willen des Verpflichteten geltend zu machen, sich wahre;
benützt er aber diese Möglichkeit nicht, so geht ihm dieselbe in
Folge des lediglich mit dem Ablaufe der Verjährungsfrist dem
Schuldner erwachsenden Einrederechts ohne Weiteres verloren.
Weiter folgt
zu b) daraus, daß ein Umstand für eine Person in einer
Beziehung vortheilhaft ist, nicht, daß ihr nicht der nämliche
Umstand nach einer andern Seite hin nachtheilig sein könnte:
wer die Activen einer ihm angefallenen Erbschaft erwerben will,
kann dies nur, indem er zugleich deren Passiven auf sich nimmt,
und wie hier die Uebernahme der letzteren mit der Erlangung
der ersteren untrennbar verbunden ist, so hängt im Falle des
Gegenüberstehens zweier Forderungen mit dem Vortheile, daß
die eine wegen noch nicht eingetretener Fälligkeit von ihrem
Schuldner nicht eingefordert werden kann, der Nachtheil, daß
derselbe sie durch Abgabe der Aufrechnungserklärung nicht tilgen
kann, nothwendig zusammen. Endlich dürfte
zu e) gegenwärtig, wo die Lehre von der Aufrechnung nicht
mehr in der Entwickelung begriffen, sondern durch est. 14 Cod.
h. t. 4, 31 zum Abschlüsse gelangt ist, es sich wohl kaum recht-
fertigen lasten, die Entscheidung über die Zulässigkeit der Auf-
rechnung in einzelnen concreten Fällen auf Gründe der —
für die principielle Zulassung des Instituts als solchen maß-
gebend gewesenen — Billigkeit zu stützen.
2) Dernburg a. a. O. S. 373, 409 und Eisele a. a.
O. S. 309 befürworten aber ferner die Zulästigkeit der Aufrech-
nung gegen den Cestionar trotz mangelnder Fälligkeit zur Zeit
der Certioration von der Abtretung auch in dem Falle, wenn

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