Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

9. Zur Lehre von der Aufrechnung

VII.
Zur Lehre von der Aufrechnung.
Von
Herrn Landgerichtsrath Ohnsorge in Freiberg i. Sachsen.

I. Begriff und Wesen der Aufrechnung.
Aufrechnung, compensatio necessaria, ist im Falle eines
derartigen Zusammentreffens zweier Forderungen, daß der Gläu-
biger der einen der Schuldner der andern ist, die dadurch her-
beigeführte Tilgung beider Forderungen, daß Einer der beiden
Forderungsinteresfenten dem Andern erklärt, er wolle die For-
derungen gegen einander aufheben.
Hierin liegt nicht, wie vielfach angenommen wird und wor-
aus auch praktische Folgen für die Grenzen der Zulässigkeit
der Aufrechnung, insbesondere im Concurse, gezogen werden,
zu vergl. Eisele, die Compensation nach Römischem und ge-
meinem Recht S.232, 259,315; Glück, Erläuterung derPan-
decten XV. Theil I.Abth. S. 109, eine Befriedigung oder Zah-
lung der Forderungen, sei es auch nur eine fingirte oder ab-
gekürzte Zahlung. Denn das Wesen der Zahlung besteht in
der Leistung des geschuldeten Gegenstands und in dessen Ueber-
führung in das Vermögen des Gläubigers; diesem Erforder-
nisse wird aber bei der Ausrechnung nicht nur nicht genügt,

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