Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

Die rechtliche Natur des Geldwechslergeschästs. 255
damit ist folgendes Resultat meines Erachtens mit Sicherheit *)
gewonnen:
a. die Vindication des Geldes ist ausgeschlossen gegen den
Besitzer, wenn derselbe bona fide dasselbe ausgegeben oder
mit dem seinigen bona fide ununterscheidbar vermischt hat.
b. Wer die Ausgabe oder Vermischung mala fide vorgenom-
men hat, haftet als Miteigenthümer nach der allgemeinen
Regel dem Eigenthümer mit der rei vindicatio, actio ad
exhibendum, condictio furtiva1 2).
Hieraus aber folgt für die uns vorliegende Frage:
6. a) Wer gestohlenes oder verlorenes inländisches Metallgeld
(Nicht-Währung) oder gestohlenes resp. verlorenes Papier-
geld des In- oder Auslands vom Geldwechsler käuflich er-
worben hat3), unterliegt der Vindication seitens eines Drit-
ten nur dann, wenn er es mala fide ausgegeben oder mit
dem seinigen mala fide ununterscheidbar vermischt hat.
b) Wer inländisches Metallgeld (Nicht-Währung) oder
Papiergeld des In- oder Auslands von einem Nichtkauf-
mann, oder von einem Kaufmann nicht „in dessen Han-
delsbetrieb" käuflich erworben hat, unterliegt der Vindication
seitens eines Dritten nur unter der gleichen Voraussetzung.
In diesen beiden Fällen aber kann der Käufer des Gel-
des einen Regreßanspruch gegen seinen Verkäufer eben
um seiner mala fides willen nicht erheben.
Hiernach bleibt als möglicher Fall der Eviktion und damit
des Regresses des Käufers gegen den Verkäufer nur der übrig,
1) Obiges gegen Hart mann a. a. O. S. 29 ff. cf. §. 2 J. 2. 8
• . . „Sed si nummi, quos mutuo dedit, ab eo qui accepit bona fide con-
sumti sunt, condici possunt; si mala fide, ad exhibendum de his agi
potest.“
2) S. auch Gajus Ii. 28. Windscheid §.342 Not.8. Gold-
schmidt S. 1142.
3) Nur dieser Fall kann nach Nr. 4 oben in Betracht kommen.

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