Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

254

Dr. I. Rießer,

letztere nur in die Erscheinung tretende Consumtion des Geldes
zu setzen hat'), welche letztere beim Getreide allerdings erst
durch wirkliches Verzehren oder durch Verarbeitung zu Mehl rc.
eintritt. Diese Eonsumtion und damit der Ausschluß der Vm-
dication tritt aber nur dann ein, wenn der Erwerber das fremde
Geld bona fide eonsumirt, respective mit dem seinigen ver-
mischt hat, nicht wenn er es dolo vermischt, wenn er dolo
den Besitz aufgegeben und auf diese Weise es eonsumirt hat.
Aus der l. 11 §. 2 D. 12. 1: Si fugitivus servus num-
mos tibi crediderit, an condicere tibi dominus possit quae-
ritur; et quidem si servus meus, cui concessa est peculii
administratio, crediderit tibi, erit mutua. Fugitivus au-
tem , vel alius servus contra voluntatem domini credendo
non facit accipientis. Quid ergo? Vindicari nummi pos-
sunt, si extant, aut, si dolo malo desinant possideri, ad
exhibendum agi; quodsi sine dolo malo consumsisti, con-
dici tibi poterunt, geht unwiderleglich hervor, daß die con-
dictio (mag man die condictio mutui oder die condictio sine
causa annehmen ) nur gegen den bonae fidei Consummten geht.
Die condictio aber — mutui oder sine causa — setzt voraus,
daß der Consument Eigenthümer geworden ist, welchenfalls
die Vindication. ausgeschlossen ist. Wäre Gleiches auch
beim malae fidei Consumenten der Fall, so wäre absolut nicht
ersichtlich, warum überhaupt zwischen beiden Fällen unterschie-
den wird, insbesondere warum nicht auch gegen ihn die con-
dictio geht. In der That wird aber in der citirten Stelle ge-
gen den malae fidei Consumenten ausdrücklich lediglich die
actio ad exhibendum als zulässig und anwendbar erklärt und
1) Dies folgt u. A. aus der l. li §.2 D. 12. l u. 1. 14 §. 8 D.
46. 3, wo dersenige, dem ohne Willen des Eigenthümers nummi übertra-
gen sind (Voraussetzung der I. 78 eit.) zum Eigenthümer nicht auf Grund
der Commixtion, sondern auf Grund der Consumtion erklärt wird.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer