Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

Die rechtliche Natur des Geldwechslergeschäfts. 233
Die Eigenschaft des Kaufpreises kann aber, um noch
Eines besonders zu erwähnen, ebensowenig wie Papiergeld, das
ausländische Metallgeld haben, welches der Staat unter Um-
ständen, vielleicht auf Grund desfallsiger Staatsverträge, eben-
sowohl zum allgemeinen Zahlungsmittel erheben kann, wie
Papiergeld. Auch mit dem ausländischen Metallgeld, mag es
selbst im Auslande Zwangscours haben. können wir nur dann
einen festen und bestimmten Begriff verbinden, wenn wir einen
anderen substituiren. Das Wort „Dollar" z. B. sagt uns
gar Nichts, wenn wir nicht dabei an ein bestimmtes Quantum
unserer Währung denken, welches wir als durch den Dollar
repräsentirt ansehen. Auch ausländisches Metallgeld also kann
niemals Kaufpreis sein, weil es nicht selbst Werthmesser sein
kann, vielmehr einer Messung durch unsere Währung noch
bedarf.

§. l9.
Von der so gewonnenen Grundlage aus ergiebt sich auch die
Unrichtigkeit der von Goldschmidt und Hartmann ausge-
stellten Ansichten klarer, als ich dies zuvor hätte Nachweisen
können.
a. Goldschmidt sagt Folgendes >).
Es gibt „auch einen wahren Geld kauf, sogar von Mün-
zen desselben Metalls; und zwar entweder einfachen Kauf, in-
dem die eine Geldart als Waare, die andere (meist die Währung)
als Preis und Werthmaß zugleich erscheint, oder Doppelkauf,
indem beide Geldsorten an einer dritten gemessen werden."
Daß zunächst nicht „meist" die Währung, sondern nur
diese als Werthmesser, Preis erscheinen kann, ist bereits erörtert.
Die Unhaltbarkeit aber des letzten Theils der Gold-
i) Handelsrecht! S. 1104. Die Anm. 11 eod. ist oben schon be-
sprochen worden.

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