Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

Unterliegt die Lebensversicherungssumme dem Zugriff der Gläubiger? 195
mehrung oder Verminderung der Anzahl der Kinder ändert
sich der Wille ; aber die Bezeichnung ist derart collectio ge-
wählt, daß sie stets den Willen deckt, welchen zu erfüllen die
Versicherungsgesellschaft stets bereit ist.
Die Auffassung entspricht auch den thatsächlichen Verhält-
nissen des Lebens; denn Niemand kann wissen, welche Kinder
er zur Zeit seines Todes hinterlassen wird.
Manche legen Gewicht darauf, ob und welche Kinder zur
Zeit des Vertragsschlusses bereits geboren oder doch concipirt
waren und wollen diesen allein die Versicherungssumme zuge-
wendet wissen. Diese Ansicht widerstreitet dem Willen der
Parteien.
Dagegen dürfte die Clausel: „Zahlbar an meine Erben"
wirkungslos sein. Zwar spricht die Vermuthung dafür, daß
Niemand seine Gläubiger oder seinen Nachlaß versichern will;
allein die Bezeichnung „Erben" ist so allgemein, daß hieraus
nicht wohl geschlossen werden kann, daß der Versicherer hier-
durch für besondere Personen eine besondere Fürsorge habe tref-
fen wollen. Die Versicherungssumme bildet in diesem Falle
einen Theil des Nachlasses.

§. 6.
Lpecialgesetze.
Englische Gesetzgebung.
Art. 10 der Narried Womens property act.
„Eine von einem verheiratheten Manne auf sein Leben
abgeschlossene und zum Vortheile seiner Frau und seiner Kin-
der oder einzelner derselben genommene Lebensversicherung wird
als ausschließliche Freigebigkeit zum Vortheile der Frau, der
Kinder oder einzelner unter ihnen betrachtet, und so lange einer
her bezeichneten Benefiziare vorhanden ist, kann auf die Police

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