Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

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vr. M. Scherer,

II. Klasse.
Das Recht auf die Bersicherungssumme erwächst dem Drit-
ten direkt.
1. Die Geschäftsführungstheorie durch denVer-
sicherer. Labb ^ — s. S. 171 — betrachtet den Versicherer als
Geschäftsführer des Dritten. Die Unhaltbarkeit dieser Ansicht
ist a. a. O. bereits dargethan. — Unten wird die Theorie der
Geschäftsführung durch die Versicherungsgesellschaft entwickelt.
2. Die Gewohnheitsrechts theorie ist die bequemste
von allen. Gleichwie mit einem willigen Reitpferd kann man
mit Hülfe eines supponirten Gewohnheitsrechts die schwersten
Hindernisse überschwingen. Der Beweis eines solchen ist wohl
bis jetzt nirgends geführt. Zu seiner Begründung beruft man
sich auf den Willen der Parteien. Insofern kann nicht geläug-
net werden, daß der Versicherer für seine Hinterbliebenen und
nicht für die Konkursmasse sorgen wollte.
Vertreter dieser Theorie: Gerber und Staudinger
a. a. O.
Um zu dem ersehnten Resultat zu kommen, ist übrigens
die Annahme eines Gewohnheitsrechts überflüssig.
3. Die richtige Meinung lehnt sich an das Römische Recht
an und wählt als Ausgangspunkt die Lehre über die donatio
sub modo (1. 3 C. 8, 55 und 1. 1 C. ut actiones et ab he-
redibus et contra heredes incipiant 4, 11). Bekanntlich
hat das Römische Recht in der Lehre von den Schenkungen meh-
rere Eigenthümlichkeiten, die nicht leicht zu erklären sind, so der
Besitzerwerb durch infantes nach 1. 32 §. 2 D. 41, 2 und 1. 3
C. 7, 32. Dadurch, daß aber irgend eine Ansicht zum Gesetz
erhoben wird, ist noch kein Boden für ihre juristische Construk-

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