Full text: Volume (Bd. 20 = N.F Bd. 8 (1882))

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Dr. jur. A. StUrM»

bliebe daher nur, wenn die Erben die Testamentsexecution nicht
als Beschränkung sondern als Geschäftserleichterung aussassen,
eine Pflicht des Exeeutors zum Schadensersatz, die sich prak-
tisch kaum realisiren ließet. Höchstens könnte der Testator
dadurch aus ihn einwirken, daß er ihm ein Legat aussetzte;
dies würde bei etwaiger Weigerung des Exeeutors verloren ge-
hen. Allein das Institut ruht aus einem Treue - Verhältniß,
bei welchem materielle Vortheile als unwesentlich erscheinen.
Da die Vollmacht ein Theil des Testaments ist, muß sür
den Erblasser nach beiden Rechten Testirfähigkeit verlangt wer-
den. Für den Vollzieher hingegen, der kein Erbe, sondern
nur ein Willensorgan des Erblassers ist, ist nichts weiter nö-
tig, als daß er im Augenblick der Annahme sich rechtsgültig
verpflichten kann. Selbstverständlich können Frauen zu Testa-
mentsvollziehern ernannt werden. Das Rescript vom 19. Mai
1804 (Rabe loe. eit. p. 61) enthält eine irrige auf der Ana-
logie der Tutel ruhende Ansicht, die früher auch das gemeine
Recht theilte?). Ehefrauen bedürfen nach Preußischem Rechte
der ehemännlichen Genehmigung. Hieran ist auch durch das
deutsche Reichsrecht nichts geändert.
§• 16.
Objeetive Grenzen der letztwilligen Vollmacht:
Die Beschränkung des Willens des Vollmacht-
gebers und der Befugnisse des Vollziehers durch
die allgemeinen Rechtssätze.
Der letzte Wille des Vollmachtgebers wird, wie der Ver-

1) 6k. Dernburg, Lehrbuch B. 3 p. 454, wo statt „unwirksam"
sicher „wirksam" zu lesen ist.
2) Dernburg wo. eit. p. 453 Anm. 9, Gruchot, Erbrecht ll
p. 215 f., B eseler, Zeitschrift wo. eit. p. 184 f., Koch, Erbrecht p. 344,
Förster loc. eit. B. 4 p. I8i,

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