Full text: Volume (Bd. 29 = N.F Bd. 17 (1890))

Dingliches Recht.

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fremder Sache wenden sich doch zunächst an den Eigenthümer
der Sache und fordern von ihm zumeist ihre Duldung und
Anerkennung. Aber auch hier noch bestätigt und wiederholt
sich das Bedürsniß zu einem absoluten Rechtsschutz, und jenes
thatsächliche Verhältniß macht nicht auch schon das begriffliche
Wesen der Mra in re aus. Manche stehen darin sogar dem
Eigenthum völlig gleich und genießen, wie man sagt, den
Rechtsschutz des Eigenthums; nur einige, wie namentlich die
Realservituten, scheinen beschränkter angelegt zu sein, und den-
noch bewährt sich auch bei ihnen die unpersönliche, absolute
Natur, und eine wahre actio in rem ist ihnen zugesprochen,
86rvitutis vinäieatio.
Solche Natur der Sachenrechte hat auch den Motiven
vorgeschwebt, wenn sie (S. 2) das Wesen der Dinglichkeit in
der unmittelbaren Macht der Person über die Sache finden
und daraus die Folgerung ableiten, daß Sachenrechte nur an
Sachen im eigentlichen Sinne, d. h. an körperlichen Dingen
ftattfinden könnten; jene Formel freilich ist durchaus nicht un-
anfechtbar, und gegen die unmittelbare Macht der Person über
die Sache wenden sich alte und neue Angriffe. Vgl. zuletzt
Fuchs a. a. O. S. 11 fg. Die Kritik darf dabei aber nicht
über das Ziel hinausschießen, und sie muß sich hüten, die
Sache als unmittelbaren Gegenstand des Rechts zu leugnen.
Nicht der absolute Rechtsschutz als solcher macht das Wesen
der dinglichen Rechte aus, sondern daß er dem Sach gen usse
gewährt ist. So mit Recht Thon, Rechtsnorm und subjektives
Recht S. 318, und ähnlich definirt Wind scheid § 38, daß
beim dinglichen Rechte der Wille der Berechtigten maßgebend
sei für das Verhalten in Betreff einer Sache. Hiergegen
wendet sich Fuchs durchaus mit Unrecht. Er meint, mit den
negativen Servituten einen überzeugenden Gegenbeweis führen
>u können, ist aber gewiß nicht glücklich dabei. Das Ziel der
XXIX. N. F. XVII.

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