Full text: Volume (Bd. 29 = N.F Bd. 17 (1890))

Dingliches Recht.

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genannten Buche von Kindel erhoben, welcher selbst für das
Römische Recht dazu keinen Anlaß findet. Also die haupt-
sächlichste Errungenschaft der Römischen Rechtswissenschaft, das
Obligationenrecht, soll wieder ausgegeben werden, oder wenig-
stens es soll vom Sachenrecht nicht begrifflich getrennt werden,
und das zu Gunsten einer Eintheilung, welche nicht einmal
auf das Bermögensrecht sich beschränkt, sondern auch Personen-
recht, Familienrecht und Erbrecht noch mit umfaßt. In Wahr-
heit erweist sich aber diese Eintheilung in absolute und relative
oder persönliche Ansprüche viel zu allgemein, um ihrerseits als
Grundlage des Systems benutzt zu werden, und sie kann die
in Inhalt und Gegenstand der Rechte liegenden Verschieden-
heiten gewiß nicht zurückdrängen, so wenig, daß z. B. eine
Obligation zwischen zwei Personen auch zu keiner anderen
Rechtsnatur gelangen wird und kann, wenn ihr etwa eine
aetio in rem scripta zu Theil werden sollte. Und umge-
kehrt kann die aetio in rem der Sachenrechte Abschwächungen
erfahren, ohne daß dieselben ihren Charakter als Sachenrecht
einbüßen.
Auch wird, wer zunächst von der Art des Klagschutzes,
ob absolut oder relativ, ausgeht, sich bald davon überzeugen
müssen, daß der Begriff der Obligationen von selbst auf die
aetio in personam führt, und ebenso daß das Eigenthum den
absoluten Rechtsschutz in Anspruch nehmen muß, wenn anders
das Gehören und Eigensein zu seiner Geltung kommen soll.
Eigenthum und Schuld sind in diesem Sinne die Urbegriffe
des Privatrechtes, die in ihrer vollen Gegensätzlichkeit dem
Laien so gut wie dem Juristen bekannt und geläufig sind.
Und wenn dann bei den Obligationen gelegentlich die Schuld-
nerseite nicht persönlich und individuell bestimmt ist, sondern
unpersönlich nach sachlichen Rücksichten sich richtet, so ändert
eine solche aetio in rem seripta in der Thal nichts am

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