Full text: Volume (Bd. 29 = N.F Bd. 17 (1890))

Konsendprinzip oder § i. I. io A.L.R. ? 451
stitutionen gebrauchten Worten scheint uns hervorzugehen, daß
die Klage auf Herausgabe der Sache selbst geht. Darin
müssen wir, wenn wir nicht in Widerspruch mit unseren Aus-
führungen gerathen wollen, die Natur der Sachklage erblicken.
Uebrigens enthalten unsere Ausführungen nichts, als das-
jenige, was schon Ziebarth*) nach unserer Auffassung in
meisterhafter Weise klargelegt hat. Wir haben nur den Ber-
such gemacht, seine Darstellung zu ergänzen und fester zu
begründen. Gegen ihn, den eigentlichen Urheber des Gedan-
kens, wolle daher Wen dt seine unbegreifliche Polemik richten.
Es ist richtig, daß wir zur Rechtfertigung unserer Ansicht,
nach welcher die actio in rem auf Herausgabe der Sache
geht, auf die 1. 68 de R. V. 6, 1 Bezug nehmen. Vielleicht
hat aber Wen dt übersehen, daß wir sie auch wieder nur
wörtlich übersetzen:
8i quidem habeat rem, manu militari officio judicis
ab eo possessio transfertur, et fructuum duntaxat
omnisque causae nomine condemnatio fit.
Wir haben uns aber auch nicht damit begnügt, eine Stelle
anzuführen, welche ihrem Wortlaute nach unsere Ansicht deckt,
sondern haben auf den Rechtszustand vor Gajus und nach
Gajus Bezug genommen und S. 47 eine Reihe von Stellen
angeführt, welche mit unserer Anschauung in Einklang stehen.
Wen dt hat nur insofern Recht, als wir auf die praktische
Nothwendigkeit unserer Auffassung das Hauptgewicht legen.
Auch dieses haben wir aber von Ziebarth gelernt. Wir
müssen dabei stehen bleiben, daß der Gesetzgeber zu einem
unmöglichen Rechtszustand gelangt, wenn er die Restitution
aller Sachen verbietet, wenn dem Reichen erlaubt sein soll, den
Armen gegen eine Geldentschädigung seines Eigenthums zu

i) Ziebarth, Die Realexekution und die Obligation. S. 63—142.

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