Full text: Volume (Bd. 29 = N.F Bd. 17 (1890))

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W. Kindel,
entwickeltWenn nun Wendt S. 43 sagt, daß wir den
Beweis führen wollten, daß auch die actiones in personum
eigentlich zu den actiones in rem gehören, so steht nicht bloß
überall in unserem Werke, sondern auch gerade auf der von ihm
citirten S. 66 das direkte Gegentheil. Wir haben dort ansgeführt,
daß die in der 1. 8 v. äe eonä. kurtiva 13, 1 gewählte
Phrase, nach welcher es ausnahmsweise eine condictio ipso-
rum corporum geben soll, eine juristische, durch praktische
Rücksichten gerechtfertigte Unklarheit enthalte und den Begriff
der Kondition eigentlich aufhebe, daß wir dagegen für die
Gegenwart den Begriff der Obligation und der Kondition
in seiner Reinheit zu wahren haben. Während wir also dar-
auf dringen^), daß die Begriffe von actio in personam und
actio in rem aufs strengste geschieden werden und die auf-
gestellte Unterscheidung überall durchführen, beschuldigt uns
Wendt, daß wir actio in rem und actio in personam
identisch setzen.
Wir sagen weiter nichts, als daß die Scheidung der
Klagen keine Scheidung der Rechte sei, und daß die Glossa-
toren zu Unrecht die Rechte nach dem von den Römern aus-
gestellten Unterschiede der Klagen geschieden haben. Auch in
diesem Punkte werden wir vielleicht Recht behalten, denn der
Institutionentitel de actionibus spricht nun einmal nur von
den Klagen, und es ist ganz willkürlich, ihm den Versuch der
Scheidung der Rechte unterzuschieben.
Unsere größte Verwunderung mußten die Ausstellungen
erregen, welche Wendt gegen den von uns ausgestellten Be-
griff der actio in rem erhebt. Schon aus den in den In-
ii Die doppelte Art des Rechtsschutzes setzt sich auch in der Instanz
der Zwangsvollstreckung fort. Immer handelt es sich darum, daß entweder
die Sache oder Handlung selbst oder Entschädigung gewährt wird.
2) Bergl. auch K. XXill K. 48, 49.

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