Volltext: Band (Bd. 29 = N.F Bd. 17 (1890))

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W. Kindel,

begriff in der Theorie ein zwiespältiger geworden ist. Wir
haben daher einfach unsere Behauptung zu wiederholen, daß
die Gesetzgebung eines großen Reiches nicht auf einen so
schwankenden Begriff gegründet werden darf, daß es gefähr-
lich ist, gerade von dem falschen, aus einer falschen Interpre-
tation der 1. 36 I). de A. R. D. gewonnenen Eigenthums-
begriff auszugeben. Eine Gesetzgebung, welche dies thut, muß
u. E. nach kurzer Zeit von selbst zusammenfallen.
Wen dt meint nun S. 42. den Ausgangspunkt unserer
Anschauungen über die Begriffe „Eigenthum, Obligation, actio
in rem, aotio in personam“ bilde das jus quod ad res
pertinet der Gajanischen und Justinianischen Institutionen,
dies jus quod ad res pertinet sei für uns identisch mit
den Rechten an Sachen, und sofort werde darauf die Lehre
gebaut, daß alle Klagen, welche Rechte an Sachen schützen,
in zwei Arten eingetheilt werden, nämlich aetiones in rem
(Sachlagen) und aetiones in personam (Haftklagen). In
der That muß er auch hier unsere Ausführungen nur sehr
flüchtig gelesen haben. Denn sonst hätte er finden müssen,
daß wir sämmtliche systematische Fragen, d. h. Fragen, welche
sich nur auf die Anordnung des Stoffes beziehen, für ziem-
lich gleichgültig erklären (S. 37). Daher bauen wir unsere
Schlüsse auch nicht auf die von Gajus und von dem Ver-
fasser der Institutionen beliebte Eintheilung, sondern bemerken
nur, daß das moderne Pandektensystem auch nicht durch die
Berufung auf Gajus und die Institutionen gerechtfertigt
werden könne, weil Gajus alle Rechte an Sachen und die
Obligationen in das jus, quod ad res pertinet, zusammen-
faßt. Sollte aber Wen dt auch die thatsächliche Richtigkeit
dieses Grundes bestreiten wollen, so würde er uns zu der
Erwiderung drängen, daß ihm weder Gajus noch die Insti-
tutionen genügend bekannt sind.

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