Full text: Volume (Bd. 29 = N.F Bd. 17 (1890))

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W. Kindel,

bloß das Zustandekommen des Vertrages, sondern auch den
Uebergang des Eigenthums verhindert.
Hiernach steht die Sache gemäß der Glosse dahin: Ab-
gesehen von der sich auf einen rein formalen Standpunkt
stellenden Glossa Causa zur 1. 31 D. de A. R. D. ist der rö-
mische Gedanke der Tradition, daß sie nur dann das Eigentum
überträgt, wenn ihr eine causa vorhergeht oder mit ihr zu
Stande kommt, nicht verkannt. Es wird nur über folgende
Punkte gestritten:
1. ob nicht Julian eine vorhergehende causa voraus-
setze. Glossa Dissentiamus zu 1. 36 1. c. Glossa Non
fieri zu 1. 18 1. c. vel dic quod ibi de donando pro-
missio vel debitum praecesserat traditionem ;
2. ob nicht Julian das Zustandekommen einer Schenkung
oder eines Darlehns in der 1. 36 1. e. behaupten wolle
(vergl. die angeführten Glossen und insbesondere die
später anzuführende Meinung des Cujacius);
3. ob nicht Julian ausnahmsweise das Zustandekommen
irgend welchen Kontraktes behaupten wolle, trotzdem
der Tradent etwas anderes wolle als der Accipient, ob
nicht Julian den Willen des Tradenten, daß der Acci-
pient nur Eigenthümer werden solle, für genügend er-
achtet hat.
In der letzteren Auffassung könnte man einen Vorläufer
des modernen Konsensprinzipes erblicken, und in der That hat
sie auch in der Glossa Non fieri ihre Vertretung gefunden:
ibi (1. 36 1. c.) etiam aliter volebat fieri accipientis.
Aber schon die Glosse hat eingesehen, daß diese mögliche
und auch von uns angenommene Meinüng des Julian
einen nur durch die Billigkeit gerechtfertigten Verstoß gegen die
Vertragsgrundsätze enthält:
et potes hic dicere, quod sunt errores, qui vitient con-

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