Full text: Volume (Bd. 29 = N.F Bd. 17 (1890))

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W. Kindel,

sprechenden 1 9 § 3 v. de A. R. D. aufgestellt, so daß über den
Sinn derselben ein Mißverständniß füglich nicht obwalten kann*).
In dieser Auslegung aber treffen wir sogar mit unseren
heftigsten Gegnern zusammen. Sie wird fast allgemein ge-
teilt. So erklärt Exner S. 325:
Somit will der Kaiser mit diesem Satze nichts weiter
sagen als: daß der Wille des Eigenthümers, auch ohne
die lästigen Formalitäten der Mancipation, mittelst der
Tradition nunmehr bezüglich aller Sachen zum Eigen-
tumserwerb führen kann, ist gegenüber der alten Gesetz-
gebung ein Fortschritt auf dem Wege der naturalis
aequitas, also eine zeitgemäße Neuerung.
Selbst Donellus in der von uns für gewöhnlich be-
nutzten Ausgabe (vonellus enueleatus auetore 8illigero
denae 1611) ergänzt zum § 40 1. e. die causa:
sine qua nulla est voluntas transferendi (et ideo
ejus explicite non fit mentio in § 40 J. h.) (lib. IV
cap. XVI).
Es giebt eigentlich nur wenige Dissidenten, welche den
§ 40 J. 2, 1 anders erklären und schon in ihm durchaus eine
Anerkennung des Konsensprinzipes erblicken wollen. Diesen
wenigen Diffidenten scheint sich nun aber W e n d t anschließen
zu wollen, indem er eine fast allgemein anerkannte Interpre-
tation verspottet. Er bemerkt S. 45:
Ein merkwürdiger Mann, dieser Iustinian, der bei
der Besprechung des jus gentium an das alte Civilrecht
gedacht hat.
Im Anfänge erschien uns diese Bemerkung Wendt's
gänzlich unverständlich. Denn wenn ein Gesetzgeber davon
spricht, daß die solennen Erwerbsarten des Civilrechts durch
1) Man vergleiche K XII. Das Mißverständniß Wendt's scheint
nur dadurch erklärlich, daß er alle diese Ausführungen überlesen hat.

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