Full text: Volume (Bd. 29 = N.F Bd. 17 (1890))

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W. Kindel,

„Man darf sonach den Satz, daß der in der Tradition
sich vollziehende dingliche Vertrag in seiner Wirkung durch-
aus unabhängig ist von dem Bestehen oder Nichtbestehen
einer bezüglichen Obligation, als einen der unzweifel-
haftesten Grundsätze des römischen Sachenrechts betrachten"
(Dernburg, Arch. f. civ. Pr. 40 S. 12).
Der eigentliche wissenschaftliche Begründer des Konsensprinzipes
ist allerdings Donellus:
Ourn enim pecuniam tibi do donandi gratia, etsi
tu quasi mutuam accipis, tamen in eandem rem et
ejusdem rei dominium consentimus, cum ex utraque
causa pariter dominium transferatur. Ita ex defini-
tione etiam in ea specie dominium transferri dicen-
dum est. (Opera omnia Florent. MDCCCXLVII tom.
X S. 304 ad leg. Si ego.)
Aber auch Donellus ist schon derartig von der Richtigkeit
des Prinzips überzeugt, daß er dem aus der Stelle des Julian
(1. 36 v. de A. R. D.) entnommenen Satze die Meinung des
Ulpian unterordnen zu müssen glaubt:
ut potius hic Ulpiani locus ad Juliani sententiam
revocetur .... quam contra ut vera nec obscura
Juliani sententia ex hoc loco commutetur.
Freilich hat sich die Gesetzgebung auch an diese ganz apo-
diktisch hingestellte Auffassung des Donellus nicht gekehrt,
wie das preußische Landrecht und der code civil beweisen.
Aber die Behauptung ist unter allen Umständen aufrecht zu
erhalten, daß die moderne Theorie das Konsensprinzip als
ein ganz unfehlbares Dogma betrachtet hat 0- Darin liegt
i) Man siehe auch Förster, Grundbuchrecht S. 86 folg.: „Vom
iuristischen Standpunkt aber muß gegen diesen Angriff bemerkt werden,
daß er von der wissenschaftlich unrichtigen Theorie von Titel und Modus,
von der wissenschaftlich unrichtigen Theorie der Jdentifizirung von Titel

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