Full text: Volume (Bd. 29 = N.F Bd. 17 (1890))

Konsensprinzip oder § i. I. 10 A L.R. ? 423
Mit vollem Rechte betont Wen dt S. 41, daß über die
abstrakte Natur der Eigenthumstradition die Pandektisten durch-
aus nicht einer und derselben Meinung sind, und daß sich
ebenso gewichtige Stimmen dawider als dafür ausgesprochen
haben. Es ist diese Behauptung richtig, wenn man die ge-
summte juristische Literatur von der Glosse vor und nach
S a v i g n y ins Auge faßt. C u j a c i u s begründet das Kausal-
prinzip, Donellus das Konsensprinzip. Ein Jurist wider-
legt den anderen, während die Gesetzgebung bis auf die Gegen-
wart sich fast niemals in die Irre führen ließ, indem sie für
die Entstehung des Eigenthums und der Rechte an Sachen
das Erforderniß des Vertrages nicht aufgab. Alles dieses ist so
genau, als es die uns zu Gebote stehenden Hilfsmittel gestatteten,
K. 97—102, ausgeführt. Selbst auf die wenigen Dissidenten
der Gegenwart, welche die Wahrheit des Konsensprinzipes be-
zweifeln, ist S. 101, 102 hingewiesen. Wenn daher Wen dt
S. 41 behauptet, in unserem Buche trete die über die Lehre
herrschende Meinungsverschiedenheit nirgends hervor, so muß
er ganze Theile des Werks überhaupt nicht gelesen haben.
Und schließlich wird man dem Verfasser glauben, daß er sich
selbst kennt, und daß es ihm nicht entgangen ist, daß er selbst
seit langer Zeit gegen das Dogma ankämpfe *).
Wendt aber übersieht seinerseits, daß das Dogma des
Konsensprinzipes in der That nach Savigny ein allmäch-
tiges geworden ist, und daß man von ihm fast die Wieder-
geburt des Deutschen Rechts erwartet hat. Wir citiren hier
aus unseren Quellen Exner (Die Lehre vom Rechtserwerb
durch Tradition S. 321):
l) Wir wollen an dieser Stelle auch auf unsere eigentliche Quelle, in
der sich eine schöne Uebersicht der früheren Literatur befindet, Hinweisen.
Sie findet sich bei Hilligerus, Donellus enucleatus in den Notata zu lib. IV.
cap. xviii. Diesen Schriftsteller haben wir überhaupt benutzt, um uns
eine Uebersicht über die Ansichten des Donellus zu verschaffen.
XXIX. N. F. XVII.

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