Full text: Volume (Bd. 29 = N.F Bd. 17 (1890))

Konsensprinzip oder § i. I. 10 A.L.R.? 415
daß die actio utilis ausnahmsweise und aus Zweckmäßigkeits-
rücksichten auf Grund des bloßen Vertrages, insbesondere auf
Grund eines Pfandvertrages, ertheilt ist.
Auch auf diesem Gebiete haben die Verfasser unseres
Landrechts schon längst den richtigen Rechtssatz gefunden, indem
sie im § 376 I. l 1 A.L.R. anordneten, daß die Abtretung
der Rechte einen Vertrag voraussetze. Es wiederholt sich überall
der dem modernen Recht zu Grunde liegende Gedanke. Der
Satz, daß der Vertrag das Recht an der Sache erzeuge, daß
ihm aber Tradition und Eintragung stärkere Wirkungen bei-
legen, ist ganz konsequent auch auf die Abtretung der Rechte
zu übertragen. Auch diese stützt sich auf den Vertrag, da-
gegen verleihen Mandat (Cession) und Denuntiation an den
Schuldner dem Eessionar noch weitergehende Rechte. Darin
liegt gerade die Kraft des aus dem modernen Rechte ent-
lehnten Gedankens, daß er sich in voller Konsequenz auf das
ganze Vermögensrecht ausdehnen läßt.
Nicht zu billigen ist es daher, wenn Wendt S. 38 den
Erwerb von Eigenthum und von beschränkten Rechten in einen
gewissen Gegensatz stellt und hinsichtlich der letzteren behauptet,
daß der Vertrag auch schon die dingliche Rechtsfolge habe.
Es ist wahr, daß das Eigenthum, wie die beschränkten Rechte
an Sachen auf dem Vertrage beruhen. Aber in beiden Fällen
giebt der Vertrag nur ein schwächeres Recht. Es wäre ganz
ungerechtfertigt, wenn man einen Usufruktuar oder Miether
auch vor erfolgter Tradition gegen die gutgläubigen Succes-
soren des früheren Eigenthümcrs und des Vermiethers schützen
wollte. Das Recht der Folge (der Dinglichkeit) kann auch
hier nur in Frage kommen, wenn tradirt ist'). Die römischen
Juristen mögen, insbesondere was das 'Recht der superficies

i) k. 410.

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