Full text: Volume (Bd. 29 = N.F Bd. 17 (1890))

Zum Besitzrecht des Entwurfs eines bürg. Gesetzbuchs f. d. D. R. 363
Ich wende mich jetzt den Fällen b ß zu. Schon v. I h e -
ring'?) und Bähr") haben die Unzuträglichkeiten nachge-
wiesen, zu welchen es nothwendig führt, wenn der Mobiliar-
besitzschutz ausschließlich nur der „selbstnützigen" Inhabung zu
Theil wird, und dem Gedanken Ausdruck gegeben, daß auch
der Inhaber in fremdem Interesse in Ansehung solcher beweg-
licher Sachen mit selbständigem Besitzschutze ausgerüstet werden
müsse, welche er in sein Haus oder in einen sonstigen von
ihm besessenen verschlossenen Raum eingebracht habe. Einen
Versuch gesetzgeberischer Formulirung dieses Gedankens liefern
die §§ 9 und 22 des Bäh r'schen Gegenentwurss:
§ 9.
Der Besitzer einer selbständigen Wohnung oder eines
anderen geschlossenen Raumes ist zugleich Besitzer der
darin befindlichen beweglichen Sachen.
Sachen, welche Mitbenutzer der Wohnung oder darin
Anwesende in dieselbe eingebracht haben, bleiben in deren
Besitz.

§ 22.
Wer in Ausübung fremden Rechtes die thatsächliche
Gewalt über eine Sache übt (Verwalter), hat dem von
ihm Vertretenen gegenüber kein Besitzrecht.
Dritten gegenüber darf auch er Angriffe auf die Sache
abwehren, sowie bei dauernder Abwesenheit oder Ver-
hinderung des von ihm Vertretenen Besitzklagen erheben.
Eine Ausnahme von der Regel des Abs. 1 tritt ein,
wenn eine bewegliche Sache von dem sie Verwaltenden
Abhängigkeit des Mündels vom Vormund (vgl. §§ 1648 ff. Entw.). Der
Vormund ist somit lediglich prokuratorischer Inhaber.
27) A. a. O. S. 134, öii ff.
28) Vgl. dessen Ausführungen in diesen Jahrbüchern XXVI S. 286.

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