Full text: Volume (Bd. 29 = N.F Bd. 17 (1890))

270

Dr. Otto Fischer,

tragung in das Eivilstandsregister des französischen Konsulats
zu Kairo vom 14. September 1829 vorlag, inhalts dessen die
Genannten erklärten, daß sie sich am 11. April 1825 zu Northop
in England verheirathet hätten. Bezüglich des Datums stand
diese Eintragung im Widerspruch mit einer Angabe in dem
Notizbuch des Linant, nach welcher die Eheschließung schon
im November 1824, zu welcher Zeit sich das Paar schon in
Northop befunden hat, vollzogen wäre. Bei dieser.Sachlage
konnte es sich nur um den Schutz des art. 197 code civil
handeln, nach welchem die eheliche Geburt von Kindern bereits
verstorbener Personen, welche öffentlich als Ehegatten gelebt
haben, wegen Wangels der Heirathsurkunde nicht bestritten
werden kann, wenn die eheliche Geburt durch eine, mit der
Geburtsurkunde nicht in Widerspruch stehende possessiva d’ 6tat
bewiesen wird.
Diese possessiva d’ 6tat schloß man aus folgenden Um-
ständen. Linant hatte mit der Esther Saffran bis zu ihrem
Tode zusammengelebt. Sie hatte ihn auf seinen Reisen durch
England und Nubien begleitet. In allen Geburtsurkunden
der Kinder, in ihrer Sterbeurkunde und in der Heirathsurkunde
der zweiten Ehe ist sie als Frau Linant aufgeführt. Die zweite
Frau hat die Kinder der Esther Saffran als eheliche behandelt.
Eine Schwester derselben ist Pathin eines der Kinder gewesen.
Eine andere Schwester tadelte ihre Neffen wegen des Prozesses.
Der Vater hat die Kinder erster und zweiter Ehe überall,
auch im Testament gleich behandelt.
Auf den Umstand, daß Linant die Kinder erster Ehe erst
bei Schließung der zweiten Ehe als eheliche in das Geburts-
register hatte eintragen lassen, wurde deßhalb kein Gewicht ge-
legt, weil er sich auch bei den Kindern zweiter Ehe in dieser
Hinsicht nicht prompt gezeigt hatte.
Das französische Konsulargericht in Kairo hat deßhalb

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer