Full text: Volume (Bd. 29 = N.F Bd. 17 (1890))

Die Ungültigkeit der Ehe, insbesondere bei Formmängeln. 257
scientem) ist durch die Clandestinität nicht in Frage gestellt.
Nur der Präsumtion bez. dem Nachweise der bona fid68 in
Bezug auf ein materielles Ehehinderniß steht die Heimlichkeit
der Ehe entgegen. Auch giebt nur die öffentliche Feier der
Eheschließung in Verbindung mit der Thatsache, daß die Ehe-
leute zeitlebens als Eheleute unbehelligt gelebt haben, den
Kindern nach dem Tode der Eheleute eine unbedingte Sicher-
heit gegen die Anfechtung ihrer Ehelichkeit mit Grund eines
materiellen Ehehinderniffes, das der Verbindung ihrer Eltern
entgegengestanden hatte. Vgl. cap. 11. X. qui filii sint legit.
4, 17. Coelestinus III. Pervenit sane ad nos ex insinuatione
L. viduae, quod cum inter G. patrem suum, et A. matrem
illius, matrimonium fuisset legitime celebratum, et quam-
diu vixerunt, quiete permanserunt: post illorum decessum
quidam asserentes eam de non legitimo matrimonio fuisse
susceptam, a paterna haereditate tanquam illegitimam,
amovere conantur: Mandamus itaque, quatenus si est ita,
viduam legitimam nuncietis.
Auch die Verordnungen des Konzils von Trient, welche
zuerst eine die Gültigkeit der Ehe bedingende Eheschließungs-
form einführten, enthalten nichts, was der Zulassung der
Putativehe im Falle des Mangels der Form entgegenstünde.
Daß c. 5 Conc. Trid. sess. 24 de reform. matr. in dieser
Beziehung nicht in Betracht kommen könne, habe ich früher
dargelegt. Im Sinne einer Rechtsordnung, welche die Ehe-
schließungen vor dem parocbus putativus gültig sein läßt,
kann es nicht liegen, bei Formmängeln die durch die Putativ-
ehe gebotene Möglichkeit, Härten zu vermeiden, von der Hand
zu weisen.
Die Behauptung Fr eisen's*) und der meisten anderen

i) a. a. O. S. 865.

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