Full text: Volume (Bd. 29 = N.F Bd. 17 (1890))

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I. Baron,

vitatis ex die quo capitur morti iungerentur, pot-
est filium dici et possedisse sibi et usucepisse in-
tellegi.
Ihering zieht auch diesen zweiten Fall zum Beweise
seiner Lehre heran, es werde hier Besitz zu einer Zeit ange-
nommen, wo es dem Besitzenden am animus possidentis fehlte.
Mir scheint aber, daß die Anhänger der herrschenden Lehre
dies nicht gelten lassen werden; sie werden zunächst dem Sohn
einen bedingten animus possidendi zuschreiben, je nachdem
der Vater aus der Gefangenschaft zurückkehrt oder beim Feinde
stirbt; auch die Gegner der Rückziehung der Bedingungen
stellen die ganze Frage zunächst auf den Willen der handeln-
den Personen, und es werden demnach die Anhänger der herr-
schenden Ansicht in unserem Falle für den Fall des Todes
des Vaters rückwärts einen animus possidendi im Sohne
construiren.
Das Gesagte gilt in gleicher Weise vom bedingten Käu-
fer ; bekanntlich beginnt er Besitz und Ersitzung mit dem Augen-
blick der erfüllten Bedingung, ohne daß er von der Erfüllung
Kenntniß hat*). Auch hier läßt sich ein bedingter animus
possidendi behaupten, auch hier kann der Rückziehung nicht
widersprochen werden*).
Noch in einem anderen Falle muß ich I Hering ent-
gegentreten, es ist dies der des liber homo bona fide ser-
viens. Nach 1. 21 pr. D. de acq. dom. 41, 1 erwirbt er, falls
er eine Sache kaust, das Eigenthum derselben-^). Ihering
nimmt Tradition an und schreibt dem liber homo nicht bloß

1) 1. 2 § 2 D. pro emt. 41,4.
2) Dies ist um so mehr anzu nehmen, als l. 2 § 2 cit. von Paulus
herrührt.
3) Natürlich ist der Fall vorausgesetzt, daß er nicht ex operis suis
uud nicht ex re des vermeintlichen Herrn erwirbt.

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