Volltext: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 23 = N.F Bd. 11 (1885))

4. Negatorienklage und Vollstreckungspfändung

Negatorienklage mid Vollstreckungspfändnng.
Von
Amtsrichter Boß
in Bergen a. Rügen.

I.
Daß durch die Vollstreckungspfändung nach früherem ge-
meinem deutschen Prozeßrechte civilrechtlicher Besitz des Voll-
streckungssuchers nicht begründet wurde, ist gegenwärtig wohl
nirgends bezweifelt. Ist das am Schluffe meines Aussatzes
über „conäictio possessionis und Vollstreckungspfändung" l)
unter Ziffer 1 mitgetheilte Schlußergebniß richtig, daß der Be-
sitz, welchen der Gerichtsvollzieher an der gepfändeten Sache
ergreift, ein prozeßrechtlich, nicht ein civilrechtlich geregeltes
Institut ist, so muß auch für die deutsche Civilprozeßordnung
das Nämliche gelten.
Hiermit ist die Möglichkeit ausgeschloffen, die gemeinrecht-
liche controversia pignoris capti oder die Widerspruchsklage
der deutschen Civilprozeßordnung unter den Gesichtspunkt der
Vindikation zu bringen. Schwieriger ist das Derhältniß der
Negatorienklage zu jenen Rechtsbehelfen zu bestimmen. Auch
für das römische Recht wird man sich kaum mit der Gewiß-

1) Arch. f. c. Pr. Bd. 66, S. 203.

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