Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 23 = N.F Bd. 11 (1885))

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Dr. Eiseie,

quare auf dasjenige bezieht, was in dem VorauSgehenden den
Ton hat: nee mutuam 6886. Der Zusammenhang ist also
dieser: darum, weil kein Darlehn zu Stande gekommen, weil
der Schenkungswillen des Gebers nicht zu einem Darlehen so
zu sagen herabgeftimmt ist, kann der Empfänger — wenn
schon er nach Eonsumption des Geldes mit condictio belang-
bar ist, wie nach Julians Ansicht von vornherein — den
Schenkungswillen des Gebers noch mit exc° doli geltend
machen.

IV.
Falsa demonstratio non nocet.
Die Regel falsa demonstratio non nocet ist in den
Quellen hauptsächlich für letztwillige Verfügungen ausgestellt
und wird in den Darstellungen des gemeinen Civilrechts ge-
wöhnlich auch in diesem Zusammenhang behandelt. Es soll
im Folgenden untersucht werden, was auf diesem Gebiete die
bezeichnete Regel, bezw. was in derselben falsa demonstratio
bedeute. Nur anhangsweise soll am Schluß noch die Frage
erörtert werden, ob diese Regel aus dem Vertragsgebiet in
gleichem Sinne gelte, oder aber ob sie hier zu modificieren sei.
Demonstrare bedeutet zunächst die Bezeichnung eines
Gegenstandes durch Zeigen, Hinzeigen; sodann als Surrogat
dafür die Bezeichnung durch irgendwelche Beschreibung oder
Charakterisierung (vgl. Brinz Pand. (I.Aufl.) S. 1567 s.),
so z. B. in dem demonstratio genannten Theil der Formula.
Es scheint nur diese verbale demonstratio in unsrer Regel
gemeint zu sein, und nur sie wollen wir im Folgenden ver-
standen wiffen, wenn wir von falscher Bezeichnung sprechen;
es wird übrigens nicht zu beanstanden sein, daß die Regel
falsa demonstratio non nocet für die reale demonstratio

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