Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 24 = N.F Bd. 12 (1886))

526

Dr. O. Bähr,

In diesem Bericht wird muthmaßlich nichts positiv Un-
wahres enthalten sein. Man vergleiche aber einmal denselben
mit dem Briefe des Herrn Koch und bemesse danach seinen
Werth. Die besonders hervorgehobene „ablehnende Haltung"
des Referenten bezüglich des Versäumnißverfahrens bezieht sich
auf eine ganz nebensächliche Bemerkung von mir, die nur
wenige Zeilen umfaßt. Die Hauptsache, daß früher Dr. Jäckel
meine Ansichten über die wesentlichen Punkte völlig entstellt
wiedergegeben, bleibt dagegen verschwiegen. So wird in
dieser Angelegenheit öffentliche Meinung gemacht.
Ein anderer begeisterter Anhänger des neuen Verfahrens
hat in der Münchener Allgemeinen Zeitung am 7. Mai —
sechs Wochen, nachdem meine zweite Schrift im Buchhandel
ausgegeben war — unter vollständiger Verschweigung
der letzteren alle die Nichtigkeiten mit Emphase wiederholt,
welche Henrici und Wach meiner ersten Schrift entgegengeftellt
hatten. Nur in einem Punkte glaubt er die Schriften dieser
früheren Kritiker noch ergänzen zu müssen; durch die Bemer-
kung nämlich, daß „die neue Gesetzgebung einen so überaus
günstigen Einfluß auf die Entwickelung der Wissenschaft aus-
geübt habe. In der kurzen Zeit seit Verkündung des Gesetzes
hat sich eine Wissenschaft des Civilproceßes entwickelt, die
hinter irgend einer anderen Rechtsdisciplin kaum zurücksteht."
Auch ich hatte über diesen Punkt, und zwar absichtlich, ge-
schwiegen. Da nun aber doch die Rede darauf kommt, so
will ich meine Schriften in dieser Richtung noch ergänzen, indem
ich eine Stelle hierher setze aus einer Besprechung der Ihering-
schen Schrift „Scherz und Ernst in der Jurisprudenz", welche
im Januar v. I. die Kölnische Zeitung brachte. Ihering hat
bekanntlich in dieser Schrift die s. g. Begriffs-Jurisprudenz
der Romanisten halb scherzhaft, halb ernsthaft gegeißelt. In
jener Besprechung wurde ihm nun gegenübergestellt, daß auch

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer