Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 26 = N.F Bd. 14 (1888))

Ueber die Schutzberechtigung von Pantomimen u. f. w. 197

dem Zuschauer ein von bestimmten Gedanken beherrschtes
Geschehen von Begebenheiten und die Motive, Gefühle und
Empfindungen der dabei betheiligten Personen zur Anschauung
zu bringen.
Der erwähnte Einwurf berührt also nicht die Frage nach
der Schutzberechtigung an sich, sondern nur die Frage nach
der Steckung der Grenzen zwischen den Pantomimen und
Ballets, soweit sie dramatische Werke sind, und jenen Schau-
stellungen niederer Art, welche nicht mehr zu der letzteren
Categorie gehören. Diese Grenze läßt sich aber nicht allgemein
ziehen, denn es handelt sich hierbei stets um eine nach dem
Charakter des einzelnen Produkts zu entscheidende Thatfrage.
Wenn hier im einzelnen Falle Schwierigkeiten entstehen, so
hat dies mit der Annahme einer Schutzberechtigung für die
Ballets und Pantomimen als solcher nichts zu thun. Ganz
dieselben Zweifel treten bei der Frage der Schutzberechtigung
der Schriftwerke gegen Nachdmck (man denke an Rang- und
Quartierlisten, Klageformulare, Koursbücher u. s. w.), ja überall
auf, wo es sich darum handelt, bestimmte Thatbeftände unter
einen juristischen Begriff zu subsumiren, und der Fall auf der
Grenze liegt, d. h., so gestaltet ist, daß darüber gestritten werden
kann, ob der Thatbestand noch die für den Begriff wesentlichen
Momente aufweift oder nicht.

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