Volltext: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 26 = N.F Bd. 14 (1888))

Hebet die Schutzberechtigung von Pantomimen u. s. w. 195

widerlegt sich zugleich die Behauptung des deutschen Bevollmäch-
tigten aus dem vorhin gedachten Berner Kongreß, daß bei den
Pantomimen und Ballets allein einzelne Tänze, Posen,
Tableaux der Figuranten und ähnliches als Object des Schutze-
in Frage kommen können. Sowie bei dem gesprochenen
dramatischen Werk die Fabel in der besondem, ihr nach einem
bestimmten Plane in einzelnen Scenen durch die Handlungen^
die Dialoge und Monologe der handelnden Personen gegebenen
und zur Aufführung geeigneten Ausgestaltung geschützt wird,
gerade so verhält es sich mit dem durch Mimik und Tanz
darzustellenden dramatischen Werke. Die einzelnen Worte, die
einzelnen Sätze als Mittel des Ausdrucks der Handlungen, der
Empfindungen und Gefühle der handelnden Personen sind bei
dem ersteren nicht geschützt, und daffelbe gilt auf dem Gebiete
der Pantomime und des Ballets von den den Worten und Sätzen
gleichstehenden Posen, Tänzen, Tableaux u. s. w. Ueber den
Mitteln des Ausdrucks ist hier eben so wie bei Mandry
übersehen, daß dasjenige, was diese Mittel ausdrücken, soweit
es durch eigenes geistiges Schaffen producirt wird, des
Schutzes fähig ist.
So erweisen sich alle diejenigen Gründe, welche man für
die principielle Ausschließung der Pantomimen und Ballets
von dem Schutz der öffentlichen Aufführungen geltend gemacht
hat, als nicht durchschlagend. DeS Weiteren kommt aber noch
Folgendes in Betracht.
Das Reichsgesetz, welches die selbständige geistige wifsen-
schüftliche, literarische und künstlerische Produktion in weitem
Umfange zu schützen beabsichtigt, konnte sicherlich kaum einen
Grund finden, gerade einzig und allein, obwohl eS den Urhebem
der dem Gebiete des Schauspiels und der Oper im aller-
weitesten Sinne angehörenden Produkte durch Gewährung
des ausschließlichen Aufführungsrechtes die Früchte ihres geisti-

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