Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 26 = N.F Bd. 14 (1888))

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Prof. Dr. I. Köhler,

figuriren gewöhnliche Landarbeiter17), aber auch die Aufseher
(villici, monitores); vgl. fr. 8 pr.de instr. leg., (Paullus
Sent. III 6 § 35), fr. 19 pr. eod., fr. 18 § 4 eod/; so der
cellararius, welcher den Rechnungen vorsteht, fr. 12 § 9
eod. — aber auch der Haussteher, der ostiarius, der atrien-
sis, ja der Auskehrer, scoparios, der Kunftgärtner, topiarius
(fr. 8 § 1, fr. 17 § 2 eod.).
Gehört aber auch der Flurschütz (saltuarius) hierher?
Labeo bejaht es nur bedingt, sofern demselben die Getreide-
hut, nicht sofern ihm die Grenzwache obliege, Neratius
bejaht es unbeschränkt (fr. 12 § 4 de instr. leg.)18) Wie
aber verhält es sich mit den Sclaven, welche wiederum aus-
gestellt sind, um die Bedürfnisse der Ackerbauselaven zu be-
friedigen? Mit dem Müller, mit dem Bäcker, mit der Köchin?
Diese sind doch nicht instrumentum agri, sondern instru-
mentum instrumenti agri; die laxere Meinung des Ser-
vius und des Ulpian ist natürlich auch hier für die Be-
jahung (fr. 12 § 5 und 6 eod.); vgl. auch Paullus 8ent.
III 6 § 37.
Auch dje Weidethiere gehören zum instrumentum des
Landgrundstücks, sofern dasselbe Weideflächen hat, deren Aus-
nützung durch die Thierheerden erfolgt — sie gehören hierher,
sollte auch der Eigenthümer in unökonomischer Weise zu viele
Weidethiere halten und den Boden dadurch überlasten, fr. 9
fr. 25 pr. de instr. leg.
Dasselbe gilt nicht nur von den Ackerbaugrundstücken, es
gilt auch von den Wildparken ; bekanntlich pflegten die Alten

17) Bgl. kr. 18 § 6 f. de instr. leg. (bubulci, putatores, pastores,
fossores), fr. 12 § 9 eod. (muliones), fr. 15 § 2 (mulier custos).
18) Siehe auch die Pomp oniuS in fr. 15 § 2 eod-, welcher dem
saltuarius die Hüterin der Villa gleich setzt, vgl. auch Marci an in
fr. 17 § 2 eod.; auch Paullus Sent. III 6 § 85.

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