Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 26 = N.F Bd. 14 (1888))

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Prof. Dr. I. Köhler,

Daß es solche Gründe waren, welche die Römer zu einer
Einschränkung des Pertinenzgedankens führten, zeigt uns der
Fall, wo die Römer selbst die Schranken durchbrochen und
das instrumentum fundi als Pertinenz erfaßt haben — der
ususfructus, insbesondere der legirte ususfructus. Hier
wissen wir aus Ulpian, welche Zweifel bezüglich der Aus-
dehnung herrschten, fr. 15 § 6 de usufr.: de quibusdam
plane dubitatur — ego puto, nisi sit contraria voluntas,
etiam instrumentum fundi vel domus contineri; und ebenso
fr. 9 § 7 eod. Der Grund ist leicht ersichtlich: wer den
Usussrukt legirte, legirte den ususfructus fundi, ohne sich viel
um das instrumentum fundi zu kümmern "); bei dem legatum
fundi aber war es durchaus üblich, zu bezeichnen, ob man
den fundus cum instrumento oder den fundus instructus
oder den fundus ut optimus maximus est oder den fundus
cum mancipiis, reliquis colonorum u. f. w. legire. Bei
dem Eigenthumslegat hatte der Pertinenzbegriff wenig Gelegen-
heit hervorzubrechen — mehr Gelegenheit hatte er beim Usus-
sruktlegat, und in der Zeit Ulpians kam hier der Gedanke
zur rechtlichen Erscheinung. Vgl. auch fr. 19 § 2 locati.
Trotz dieser Unvollkommenheit der Pertinenzentwicklung
haben uns die Römer Erörterungen hinterlassen, welche aus
unser Institut ein helles Licht werfen; dahin gehören die Er-
örterungen über instrumentum, supellex und ähnliches, wo-
von nunmehr die Rede sein soll.
Zum instrumentum fundi") wurde gerechnet, quae
fructus quaerendi cogendi conservandi gratia parata sunt,

12) Vgl. fr. 32 pr. de usu et nsufr.: Felici — usumfructum fandi
Vestigiani lego.
18) Bgl. auch Roßhirt, Lehre von den VermächtnissenIIS. 48 f.
Ueber einige« Antiquarische vgl. LanduS in Otto'S Thesaurus III
p. 1460 f.

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