Full text: Volume (N.F. Bd. 2 = Bd. 27 (1873))

Bez- des O.-A.-G. Lübeck.

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in gegenwärtiger Instanz außer den von dem Kläger Hieselbst
sormulirten, im Verhältnisse zu den in voriger Instanz gestellten
Anträgen weniger umfassenden Beschwerden, die reviviscirenden
Beschwerden der Beklagten voriger Instanz in Betracht. Es
konnte aber keiner ver vorgedachten Beschwerden Folge gegeben
werden, vielmehr war das Handelsgerichts - Erkenntniß wieder
herzustellen.
Beide Parteien haben principaliter ein Desinitiv-Erkenntniß
— der Kläger ein condemnatorisches, die Beklagten ein absolu-
torisches — beantragt. Der Antrag des Klägers war verwerflich,
weil den Beklagten der vom Handelsgericht ihnen nachgelassene
Beweis, daß die vom Kläger zur Mitnahme nach San Jose de
Guatemala an Bord des Magellan geschickte Lancha dieses Schiff
auf der in Rede stehenden Reise ernstlich gefährdet haben würde,
nicht versagt werden darf', derjenige der Beklagten, weil keiner der
von ihnen der Klage entgegengesetzten Einreden Wirksamkeit beige-
legt werden kann.
Bon wesentlicher Bedeutung für die rechtliche Beurtheilung
der Sache ist das Genaue des Inhalts der von dem Kläger be-
haupteten und der Klage zu Grunde gelegten Transports-Zusage.
Als Gegenstand derselben ist schon in der Klageschrist angegeben,
es sei dem Kläger versprochen worden:
„eine Lancha"
unentgeltlich auf dem Deck des Magellan mit nach 8an Jose zu
nehmen. Damit übereinstimmend hatte schon der vor dem Prozesse
am 11. März 1871 von dem Kläger erhobene Protest folgender-
maßen gelautet:
„Kläger habe mit den Beklagten eine Lancha, welche auf
dem Deck des Magellan verladen werden sollte, engagirt,"
und in zweiter Instanz hat der Kläger von Neuem in gleicher
Weise sich ausgesprochen. Es ist demzufolge nach des Klägers
Darstellung weder über eine specielle Lancha, noch über eine
Lancha bestimmter Größe contrahirt worden.
Jede derartige, von einem Verfrachter erth eilte allgemeine
Zusage (hier: „eine Lancha auf Deck mitnehmen") steht aber im
Zweifel unter der selbstverständlichen Voraussetzung, daß ver zu
transportirende Gegenstand, wenn Exemplare desselben in ver-
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