Full text: Volume (N.F. Bd. 2 = Bd. 27 (1873))

Bez. de« O.-A-G. Lübeck.

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getroffenen schweren Havarie, dem Beklagten im Jahre 1869 auf
Grund des § 152 der Allgemeinen Seeversicherungs-Bedingungen
zwei Drittel des muthmaßlich auf Bco. 118, 611. 5 (ober
circa £ 8790) veranschlagten Schadensbelaufes mit Bco. Jf.
79,074. 10 ß. (odercirca £ 5860) ausgezahlt. Das beschädigende
Schiff, die genannte City of Buenos Ayres, ist später in London
angetroffen und der Rheder wegen des dem Bismarck zugefügten
Schadens vor dem dortigen Court of Admirality in Anspruch
genommen worden. Auf Grund einer zwischen den Parteien des
gegenwärtigen Prozesses getroffenen Vereinbarung ist dies nach
Anleitung des § 71 der Allgemeinen Seeversicherungs-Bedingungen
in solcher Weise geschehen, daß der Beklagte als Kläger aufge-
treten ist und die Führung des Processes übernommen hat. Wie
keinem Zweifel unterliegt, übrigens von dem Beklagten in gegen-
wärtiger Instanz unumwunden anerkannt worden ist, hat derselbe
in Betreff des in London geführten Processes im Verhältnisse
zu den Klägern die Pflichten eines Mandatars zu erfüllen gehabt
und noch jetzt zu erfüllen. In dem vorgedachten Processe ist
die Schadensersatz pfli cht der City of Buenos Ayres endgültig
sestgestellt worden und für den weiteren Fortgang der Sache hat
es sich nur noch um die Größe des zu vergütenden Schadens-
betrages gehandelt. Ein definitives Resultat in Betreff dieses
Gegenstandes ist bis jetzt, wenigstens so weit die gegenwärtigen
Acten des unter den Parteieu geführten Processes darüber Aus-
kunft geben, nicht herbeigeführt worden. Die Rhederei der City
of Buenos Ayres hat übrigens im August 1871 dem Beklagten
eine Abschlagszahlung auf den zu ersetzenden Schadensbetrag zur
Summe von £ 5000 geleistet.
In Betreff des von dem Beklagten bezüglich der Londoner
Vorgänge beobachteten Verhaltens sind die Parteien in Differenzen
gerathen. Ein Theil dieser letzteren ist durch die in der vorlie-
genden Sache von den früheren Richtern abgegebenen Erkenntnisse
rechtskräftig erledigt; der folgende Streitpunkt bedarf dagegen
noch jetzt der Erledigung und unterliegt nunmehr der Bcurthei-
lung des Reichs-Oberhandelsgerichts.
Die Kläger haben unter Berufung auf die Bestimmung des
8 153 der Allgemeinen Seeversicherungs-Bedingungen, zufolge

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