Full text: Volume (N.F. Bd. 2 = Bd. 27 (1873))

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Bez. deS O.-A.-G. Lübeck. Art. 742, 74Z, 744, 749.

in der Seenoth gemachte verletzende Zusicherungen der richterliche
Schutz versagt werden soll.
Eine andere Auffassung würde auch um so weniger, als dem
Handelsgesetzbuch zu Grunde liegend, angenommen werden können,
als dasselbe sich dadurch"— was sicherlich hier.nicht in seiner
Absicht gelegen haben kann — bei dem in Rede stehenden Punkte
in Widerspruch mit Demjenigen gesetzt haben würde, was bei den
übrigen vornehmsten seefahrenden Nationen anerkannten Rechtens
ist. — In England wird keinem mit dem Schiffer über die
Höhe der Vergütung für eine zu leistende Nothhülfe, (resp. für
eine vorzunehmende Bergung) in der Seenoth geschlossenen Ver-
trage Wirksamkeit beigelegt, falls es sich zeigen sollte, daß er sei
„exorbitant, or obtained from the master by fraud
and compulsion.“
Abbott, treatise etc. Ed. 11 (Shee), S. 568;
Maude & Pollock, law of merchant shipping.
Ed. 3. S. 485, 486; —
und die Praxis des Admiralty Court, welches nach dem Mer-
ebant Shipping Act von 1854 Sect. 460, alle wichtigeren (auf
mehr als 200 £ sich beziehenden) Sachen über Forderungen
für Nothhülfe und Bergung zu entscheiden hat, geht nach
Maclachlan, law of merchant shipping S. 531 dahin,
daß dieser Gerichtshof von Klägern, welche auf GruNd eines in
der Seenoth über die Größe der in Rede stehenden Vergütung
geschlossenen Vertrages eine vereinbarte bestimmte Summe fordern,
verlangt,
„not only to prove, that the contract was made,
but also, that it was just.“
In den Gerichten der Vereinigten Staaten von Nord-
amerika ist dieselbe Auffassung in anerkannter Gültigkeit.
Parsons, on maritime law, Bol. 2, S. 628 spricht sich
dahin aus:
„a bargain made in peril with the owners of the
property or their servants is wholly disregarded,
if it be deemed unconscionable and oppressive to
the owners of the property saved, or entered into

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