Full text: Volume (N.F. Bd. 2 = Bd. 27 (1873))

SBej. des O.-A.-G. Lübeck.. Art. 716, 717, 729. 821
offen bleiben und in jedem einzelnen Falle, unter An-
wendung der allgemeinen Rechtsgrundsätze über Collision
der Gesetze, ihre Erledigung finden;"
und indem
2. die Miterwähnung der besonderen Havarei, welcher im
Entwürfe ein abgesonderter Abschnitt gewidmet war, nur deshalb
in die Ueberschrift des Abschnittes über gemeinschaftliche Havarei
mit ausgenommen worden ist, um zu veranschaulichen, daß Alles,
was nicht dem Begriffe der gemeinschaftlichen Havarei gesetzlich
eingefügt worden, als besondere Havarei behandelt werden solle,
so daß cs nicht allein formell unzulässig, sondern zugleich geradezu
sinnwidrig ist, aus der Gemeinschaftlichkeit der Ueberschrift eine
Gemeinschaftlichkeit der, für beide geltenden Abwickclungsnormen
zu entnehmen;
da' demnach die, in London, als dem üblichen Dispachirungs-
platze für die Capstadt, nach dem dortigen Rechte aufgemachte uud
in Betreff der gemeinschaftlichen Havarei an und für sich maaß-
gebende Dispache, nicht ohne Weiteres entscheidend ist für die
Lösung der Frage, ob Fracht und welche Fracht, für die im Roth-
hafen wegen erlittener Beschädigung von der weiteren Beförde-
rung mit dem daselbst rcparirten Schiffe ausgeschlossene und im
Nothhafen verkaufte Restladung zu entrichten und aus dem Ver-
kaufserlöse vom Verfrachter einzubehalten ist, die Entscheidung
vielmehr nach dem Rechte zu treffen ist, unter dessen Herrschaft
die Contrahenten ihre Vertragsverhältnisse gestellt haben oder
präsumtiv haben stellen wollen;
da auch in dieser Beziehung dem Handelsgerichte darin bei-
zütreten ist, daß für Attwendung des englischen Rechtes weder die
Sprache und die Fassung der Chartepartie, in welche die „yueen's
enemies“ offenbar absichtlich nicht ausgenommen worden sind,
noch auch die abweichende Fassung der Connossemente, noch auch
"die vorläufige Bestimmung nach dem Canal kor Orders entschei-
dend erachtet werden kann, vielmehr, in Ermangelung einer Be-
' stimmüng ' des Frachtvertrages darüber, wie es in dem einge-
tretenen' Falle, daß'die Rcstlädung im Nothhafen verkauft werden
' müsse,' in Betreff der Fracht zu halten sei, für den vorliegenden
Fall die Nationalität'deö'Schiffes den Ausschlag geben muß, für

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