Full text: Volume (N.F. Bd. 2 = Bd. 27 (1873))

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Bez des O.-A.-G. Lübeck. Art. 716, 717, 729.

Aus diesen Gründen wird hiermit dem Kläger auf-
gegeben, nach Rechtskraft dieses Erkenntnisses sich vor-
gängig rc.
Alle sonst von dem Beklagten gegen die Klage erho-
benen Einwendungen werden aber hiermit als unbegrün-
det verworfen.
— — — - - - - — — M.

Zu Art. 716, 717, 739.
Nach welchen Gesetzen ist die großeHav'arie zu reguliren?
— Fracbt für geworfene Güter. — Fracht für im Noth-
hafen verkaufte Güter.
In Sachen Roß, Vidal u. Co. Kläger c. Capt. H. A. Pritzkow
Beklagten. '
K. u. Co. in Surabaha haben mit dem Beklagten, Führer
des deutschen Schiffes „Königin Augusta" iin Febr v. I. eine
Chartepartie geschlossen, nach welcher der Beklagte sich verpflichtete
mit einer vollen Ladung Zucker nach dem Canal kor orckors und
dann nach einem Hafen deS englischen Königreichs oder einem
Hafen des Continents zwischen Havre und Hamburg oder nach
Kopenhagen zu gehen. Auf der Reise nach dem Canal erlitt das
Schiff Havarie und lief in Capstadt als Nothhafen ein, nachdem
ein Theil der Ladung bereits vorher geworfen war. Daselbst
nlußte reparirt werden und ergab die Untersuchung der Ladung,
daß dieselbe gänzlich beschädigt war. Die Besichtiger empfahlen
den Verkauf derselben, der denn auch von dem Beklagten beschafft
wurde. Da andere Vertreter der Ladung in der Capstadt nicht
anwesend waren, so zog der Beklagte das Provenüe aus dem Ver-
kaufe der Ladung ein und verwandte dasselbe zuin Theile zum
Behufc der Reparatur des Schiffes. Als die Kläger, an welche
die vom Capitain ausgestellten Connossemente über die Zucker-
Ladung indossirt worden waren, von dem, was sich in Capstadt
ereignet, Nachricht erhielten, wandten sie sich an die Nhederei des
Schiffes und verlangten von derselben nähere Mittheilungen, Ab-
rechnung und Auskehrung des Provenües des verkauften Ladungs-
theiles. Die Nhederei sandte den Klägern Copieen der Havarie-
papiere, weigerte jedoch Auskehrung des Netto-Provenüe's. Als

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