Full text: Volume (N.F. Bd. 2 = Bd. 27 (1873))

Bez. des O.-A.-G. Lübeck. Art. 612, 617, 654. 655. 201
über wieder zurückkommen. Bei der Uebernahme war den Be-
klagten im Uebrigen indessen der Schiffer für den Inhalt ihres
Connossementes, also namentlich das Geivicht desselben, ohne Wei-
teres verantwortlich. Allein es scheint eine Geltendmachung dieses
Umstandes nicht in der sonst gesetzlichen Weise vorgenommen zu
sein, indem nur die Behauptung ausgestellt ist, die Annahme der
unrichtigen Marke sei unter dem Vorbehalt (eigentlich wohl dem
Einverständnisse) erfolgt, daß der Kläger den Manco des abge-
lieferten gegen das Connossementsgewicht ersetze. Illach Inhalt
der beigebrachten Rechnung ist sodann dieses Untergewicht nicht
blos von der obigen Marke, sondern auch von der Marke C. R.
desselben Connossementes verstanden, resp. zu verstehen. Ferner ist
nicht ohne Weiteres ersichtlich, daß das Connossementsgewicht identisch
ist mit denr in Anl. 0. aufgesührten Gewichte. Endlich constirt
über den Preis der Waare nichts, so daß' in diesen beiden Be-
ziehungen zur Zeit Gerechtsame vorzubehalten sind, während die
Beklagten die Beweislast trifft, hinsichtlich der Voraussetzung,
unter welcher sie den Caffe der Marke A. M. angenommen
haben wollen. Demnach ergiebt sich
daß Beklagte den Beweis:
daß sie die 20 Säcke Caffe der Marke A. M. ex
„Viatica" an Stelle der zu liefernden nur angenommen
. haben unter dem Vorbehalte, daß ihnen klägerischer-
seits das Untergewicht an den gelieferten 36 Sack
Caffe gegen das Connossementsgewicht ersetzt werde,
zu führen. Den Parteien bleiben wegen des Umfanges
und des Werthes des fraglichen Untergeivichts zur Zeit
alle Gerechtsame Vorbehalten.
2. — — — — — — — — — — — —
3. in Betreff des Gegenanspruchs von Beo. 208 12 Sch.
für 1 Faß Caffe ex „Viatica":
Ein solches Recht wie es im Falle des Verzuges beimKauf-
contracte vom Gläubiger geltend gemacht werden kann, nämlich
statt der Erfüllung Schadensersatz zu verlangen, gewährt der
Frachtcontract dem Empfänger nicht. Aus dem Connossement hat
der Destinatair das Recht auf Lieferung in Gemäßheit desselben.
Darauf hat also auch die Verurtheilung des Schiffers, welcher

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