Full text: Volume (N.F. Bd. 2 = Bd. 27 (1873))

Be;, des O-A.-G. Lübeck. Art. 598, 599, 600, 603. 107
der Liegezeit der Schiffer zur Vornahme der ihin obliegenden
Leistung im Stande sein muß, so daß demnach solche Tage, an
welchen der Schiffer durch Eis an dem Transport der Ladung
an Seite des Seeschiffes verhindert war, in die Dauer der Liege-'
zeit nicht einzurechnen sind, und folgewcise ein Anspruch des
Schiffers aus lleberlicgegeld auch dadurch nicht begründet werden
kann, daß der vor Eintritt jenes Hindernisses abgelauseuc Theil
der Liegezeit, sofern ihm nur sofort nach seinseitiger Meldung
beim Empfänger Aufgabe des Seeschiffes gemacht worden wäre,
genügt hätte, um die Ladung an Seite desselben zu trausportireu,
da endlich, wenn ein Eisstand eingetreten ist, der den Trans-
port der Ladung an ein im Niedorhafen liegendes Seeschiff, so-
wohl mittelst des Oberländer Kahnes selbst wie mittelst Schuten,
unmöglich gemacht hat, der Empfänger die Ailfgabe des See-
schiffes als für den Schiffer völlig interesselos betrachten und
demnach, ohne daß daraus eine Einrechnung solcher Tage in den
Lauf der Liegezeit gegen ihn abgeleitet werden könnte, von der
Aufgabe des Seeschiffes einstweilen absehen darf, auch der hie-
gegen gerichtete hypothetische Einwand, daß der Schiffer die ein-
getretene Eisbehiuderung vielleicht durch Aufwendung außeror-
dentlicher Mittel zu überlvinden hätte versuchen können, höchstens
dann Beachtung finden könnte, wenn der Schiffer unter Mitthei-
lung einer seinerseits desfalls wirklich bestehenden Absicht, den
Empfänger speciell zur Namhaftmachung des Seeschiffes trotz des
eingetretenen Eisstandes aufgefordert hätte, indem ohne das, der
Empfänger eine derartige sernliegende und unwahrscheinliche
Eventualität bei der an sich durch die Eisverhältnisse gerecht-
fertigten Aussetzung der Schiffsaufgabe nicht zu berücksichtigen
brauchte,
da übrigens der Kläger, welcher die während der der Mel-
dung folgendem 14 Tage eingetretene Eisbehinderung an sich nicht
bestritten hat (wie denn auch das erste potitum der Klage verbis:
„sobald das Eis es erlaubt" die eingetretene und der Zeit noch
fortbestehende Eisbehinderung ausdrücklich anerkennt) nicht be-
hauptet hat, daß diese Eisbehinderung, und zwar an allen in
jene Frist fallenden Tagen, selbst durch außerordentliche Mittel
hätte überwunden werden können,

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